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AKW Gundremmingen
Gegen das Zwischenlager Gundremmingen
     

Aktuell

Wir dokumentieren in unseren Kalenderblättern eine Reihe von atomrelevanten Ereignissen und Unfällen, die uns nachdenklich stimmen. Für Ergänzungen oder Hinweise auf Fehler im Text sind wir dankbar - Bitte dafür ein Mail an: vorstand(add)atommuell-lager.de oder Telefon 0821-541936 - oder geben Sie uns dafür ein Feedback - Danke


September

30.09.1999

Am 30. September 1999 kam es in der japanischen Plutoniumfabrik („WAA“) Tokaimura (To-kai) durch falsches Befüllen eines Tanks mit radioaktiven Stoffen zu einer nuklearen Kettenreaktion. Mindestens 150 Menschen wurden bei dem Unfall starker Radioaktivität ausgesetzt, darunter 81 Arbeiter, die die Kettenreaktion stoppen wollten; zwei von ihnen starben an den Folgen der Strahlungsdosis. Mehrere hundert Anwohner wurden kontaminiert.


29.09.1957

Die Explosion eines mit hochradioaktiven Abfall gefüllten Tanks in Majak, auch bekannt als Tscheljabinsk 65, ca. 1700 km östlich von Moskau im Südural wird durch Versagen der Kühlanlage verursacht. Dabei wurden 20 Millionen Curie freigesetzt. Das ist die doppelte Menge der bei der Tschernobyl-Katastrophe emittierten Strahlung. Davon verseuchten 18 Millionen Curie den Erdboden in der Umgebung und weitere 2 Millionen Curie wurden durch eine radioaktive Wolke auf eine Fläche von über 15.000 Quadratkilometern verteilt. Mehr als 10.000 Menschen wurden evakuiert. Der Unfall wurde geheim gehalten und erst im Juni 1989 von der sowjetischen Regierung offiziell zugegeben.


28.09.1979

In einem Artikel im Handelsblatt versucht der Kölner Energiewirtschaftler Prof. D. Hans Michaelis, Stromverbrauchsvoraussagen des SPD-Politikers und Kernkraftgegners Erhard Eppler lächerlich zu machen. Eppler hatte bis zur Jahrhun-dertwende "nur" ein Wachstum des Bruttostromverbrauchs von 341 Terawattstunden (TWh) auf 580 TWh für möglich gehalten. Die Bundesregierung ging damals von einem Wachstum auf 800 - 900 TWh und dementsprechend den Bau von 30 - 50 neuen AKW aus. Eppler lehnte diesen Bau ab, und hielt dies durch Strom-Spar- und -Effizienz-Massnahmen für machbar.

[Tatsächlich wurden im Jahr 2000 im zudem wiedervereinigten Deutschland 501,5 TWh Strom verbraucht. Hinzu kamen noch 76,6 TWh für den Eigen-verbrauch der Kraftwerke, Pumpstromverbrauch und Leitungsverluste. Also betrug der Bruttostromverbrauch: 578,1 TWh.]


28.09.1979

Die Regierungschefs vom Bund und den Ländern fassen einen gemeinsamen Beschluss über die Entsorgung der Kernkraftwerke. Darin heißt es u.a.: "Sie bekräftigen den Grundsatz, daß die sichere Gewährleistung der Entsorgung der Kernkraftwerke eine der unabdingbaren Voraussetzungen für die weitere Nutzung und für den weiteren begrenzten Ausbau der Kernenergie bildet." Wie fürchterlich wird gegen diesen Grundsatz verstoßen! Rot-Grün hat dann im Jahre 2002 bei der Neufassung des Atomgesetzes gemäß den Wünschen der Atomindustrie den sogenannten Entsorgungsvorsorgenachweis verwässert. Sonst hätten die AKW nicht weiter laufen dürfen.


25.09.2006

Professor Dr. Christoph Degenhart (Nürnberg/Leipzig) reicht im Auftrag des Verein FORUM und im Namen von fünf Klägern eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe ein.

Er rügt in seiner Begründung, dass die atomrechtliche Genehmigung für das Zwischenlager Gundremmingen ihr in Artikel 2 Absatz 2 Grundgesetz garantiertes Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit verletzt.

Er beklagt, dass 40 Jahre nach Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Gundremmingen immer noch keine Entsorgung im Sinne einer langzeitig sicheren Beseitigung für den in den Kernkraftwerken erzeugten tödlich strahlenden Brennelementmüll existiert - weder in Deutschland noch in sonst einem Land unserer Erde. Damit verstößt die Genehmigung des Atommüll-Lagers, wie auch das ihr zugrunde liegende Atomgesetz gegen Artikel 20a unserer Verfassung, der den Schutz der Lebensgrundlagen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen uns und allen staatlichen Stellen zur Pflicht macht.

Die Verfassungsbeschwerde tadelt ebenfalls, dass das Verschanzen der Verwaltungsgerichte hinter ihrer beschränkten Fachkenntnis und das hiermit verbundene blinde Vertrauen auf das rechtmäßige Entscheiden der Verwaltung (Entscheidungsprärogative) die Bürger in ihrem Grundrecht auf rechtliche Überprüfung von sie benachteiligenden Verwaltungsentscheidungen verletzt.


24.09.1996

Ein umfassender Atomwaffenteststop-Vertrag wird in der UN-Generalversammlung in New York vereinbart und für die Unterzeichnung bereitgestellt. Die ehemaligen sowjetischen Republiken Belarus, Ukraine und Kasachstan werden atomwaffenfrei.


23.09.1992

Letzter unterirdischer Atomtest der USA in Nevada, seither werden nur noch "subkritische" Atomtests durchgeführt. Insgesamt führten die USA seit 1945 angeblich 1.030 Atomtests durch, 215 davon oberirdisch.


14.09.1999

Das Akw Gundremmingen beantragt bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Bayerischen Umweltministerium, die thermische Leistung sowohl von Block B als auch von Block C von je 3840 Megawatt (3.840.000 Kilowatt) auf 4.100 MW erhöhen zu dürfen. Damit sollte die elektrische Bruttoleistung jedes Reaktors von 1344 auf 1450 MW gesteigert werden.

Laut Aussagen der AKW-Leitung sei diese Leistungserhöhung technisch kein Problem und man rechne in rund eineinhalb Jahren mit der Genehmigung.

Jedoch auch im Frühjahr 2008 gibt es diese Genehmigung noch nicht. Aus Fachkreisen heißt es, das AKW könne die erforderlichen Sicherheitsnachweise bisher nicht beibringen. Die Bayerische Staatsregierung weigert sich, die Öffentlichkeit an diesem Verfahren zu beteiligen

Ebenfalls im Frühjahr 2008 lehnt die CSU im Bayerischen Landtag geschlossen einen Antrag ab, dass diese Vergrößerung des AKW Gundremmingen und die damit verbundene Erhöhung der radioaktiven Emissionen wie auch des Atommülls nicht gestattet werden soll. Am Rande der Sitzung wird bekannt, daß die Genehmigung wohl nach der Bayerischen Landtagswahl im Herbst 2008 erteilt werde.


09.09.1988

Das nahe Koblenz gelegene AKW Mülheim-Kärlich der RWE AG wird am 9. September 1988 endgültig abgeschaltet. Es war von 1975 bis 1986 für 7 Mrd. DM (3,58 Mrd. EUR) gebaut worden und lief nur rund 13 Monate. Der 1.300-Mega­watt-Atommeiler mußte still gelegt werden, weil bei der Planung die Erdbeben- und Vulkanismusgefahr nicht ausreichend bedacht worden war und die Landesregierung von Rheinland-Pfalz unter dem Ministerpräsidenten Helmut Kohl dies im Genehmigungsverfahren nicht berücksichtigt hatte.


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