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AKW Gundremmingen
Gegen das Zwischenlager Gundremmingen
     

Aktuell

Wir dokumentieren in unseren Kalenderblättern eine Reihe von atomrelevanten Ereignissen und Unfällen, die uns nachdenklich stimmen. Für Ergänzungen oder Hinweise auf Fehler im Text sind wir dankbar - Bitte dafür ein Mail an: vorstand(add)atommuell-lager.de oder Telefon 0821-541936 - oder geben Sie uns dafür ein Feedback - Danke


Dezember

31.12.1978

Beendigung der Einlagerung von Atommüll in der Asse (Spektrum der Wissenschaft, Dossier 1/97)


22.12.1938

Otto Hahn und Fritz Strassmann beschießen am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin Uran-Atome mit Neutronen. Sie wollen Transurane erzeugen. Erstaunt erkennen sie, daß dabei andere chemische Elemente entstehen, die kleinere Kerne haben. Später verstehen sie, daß ‚"atomos", also "unteilbar', nicht gilt: Das Uranatom ist bei ihren Versuchen gespalten worden, denn es sind beim Beschuss des Uranatoms mit Neutronen Stoffe (Barium) entstanden, deren Kern kleiner ist als der des Uran. Die frühere Kollegin Lise Meitner, die vor den Nazideutschen nach Schweden geflohen war, lieferte später Otto Hahn das Modell für den Vorgang der Atomspaltung.

Das Entscheidende: Die Urankerne sind in kleinere Atomkerne zerplatzt, deren Massensumme kleiner ist als die des Ausgangsatoms. Die Differenzmasse war in Energie umgewandelt worden. E=mc2.


20.12.1951

Erstmals erzeugt ein Atomkraftwerk Strom. Es ist der Experimental Breeder Reactor I (EBR-I) im Idaho Natioanl Laboratory im US-Bundesstaat Idaho.


17.12.1987

Im Block A des hessischen Groß-AKW Biblis wird nach einem Stillstand beim Wiederanfahren eine nicht geschlossene Absperrarmatur im Leitstand übersehen. Nur noch eine Sperre verhinderte das gefährliche Entweichen des Kühlwassers. Erst nach 15 Stunden und im Volllastbetrieb bemerkte die Nachtschicht den Fehler. Beim dann erfolgenden Reaktorabfahren und dem Versuch, die Armatur zu schließen, kommt es zu weiteren Problemen und hierdurch zur Freisetzung von radioaktivem Dampf. Der Störfall wurde erst ein Jahr später durch einen Artikel in einer US-Fachzeitung bekannt.


17.12.2002

Der Arbeitskreis Endlager, AkEnd, der aus Fachleuten zusammengesetzt war, die zum Teil die Atomenergie befürworten und welche die sie ablehnen, überreicht seinen Abschlussbericht dem Bundesumweltminister. Darin steht, welche Anforderungen ein Endlager für den in den Kernkraftwerken erzeugten Atommüll erfüllen muß: 1 Million Jahre muß er zuverlässig von der Biosphäre isoliert werden. Der Bericht enthält auch einen Vorschlag, wie in einem mehrstufigen Prozess der Standort für ein Endlager ausgewählt und demokratisch legitimiert festgelegt werden soll.


14.12.1962

Die Genehmigung für das erste große deutsche Atomkraftwerk mit 250 MW im nordschwäbischen Gundremmingen wird erteilt. Die Baukosten von 300 Mill. DM werden überwiegend von der öffentlichen Hand getragen, nur 100 Mill. DM mußten die beiden EVU (s. 13.7.1962) zuschießen. Der Elektrokonzern AEG, der zur RWE gehörende Baukonzern Hochtief und General Electric, der größte Elektrokonzern der Welt, bekommen den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung.


14.12.2001

Akw Brunsbüttel. Nachdem unbemerkt Wasserstoff ausgetreten war, explodierte "Knallgas" und zerfetzte eine Deckelsprühleitung direkt am Reaktordeckel. Erst nach wochenlangem Tauziehen zwischen AKW-Betreibern und schleswig-holsteinischer Aufsichtsbehörde wird zum Inspizieren der Schäden der Reaktor am 18. Februar 2002 abgefahren. Die dann gefundenen Schäden überraschten und erschreckten. Die Anlage wurde araufhin für weitere Untersuchungen sowie Reparaturen bis zum Februar 03 still gelegt. Dabei wurden weitere gravierende und seit Inbetriebnahme des Reaktors unentdeckt gebliebene Baufehler gefunden.


14.12.2001

Der Deutsche Bundestag beschließt mit den Stimmen von SPD und GRÜNEN das Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung. In einem begleitenden und mit den Stimmen der GRÜNEN und der SPD beschlossenen Entschließungsantrag (DS 14/7840) erklärt der Bundestag: „Im Jahre 1966 ist in der Bundesrepublik Deutschland das erste Atomkraftwerk Gundremmingen A ans Netz gegangen. … Nirgendwo in der Welt ist die Entsorgung bisher befriedigend geregelt, auch 50 Jahre nach der ersten Kernspaltung zur Stromerzeugung gibt es weltweit kein Endlager für den hochradioaktiven Atommüll. … Menschliches Versagen ist in hoch entwickelten technischen Systemen immer wieder festzustellen und auch durch Kontrollen oder technische Automatisierungen nicht auszuschließen. Selbst die größten Sicherheitsanstrengungen stoßen an die Grenze menschlicher Erkenntnis. … Die jüngsten terroristischen Anschläge geben schließlich Anlass, die Nutzung der Atomenergie auch unter den Gesichtspunkten der Gefahrenabwehr neu zu bewerten. Angriffe auf Atomkraftwerke lassen sich nicht ausschließen. … Die Verantwortung für die Endlagerung liegt beim Bund. Da die politischen Entscheidungen eine große Tragweite haben, sieht sich der Gesetzgeber in der Pflicht, die Arbeits- und Entscheidungsprozesse kontinuierlich zu verfolgen. Er beauftragt deshalb den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, ihm in der 15. Legislaturperiode einen nationalen Entsorgungsplan vorzulegen, in dem Sachstand, weiteres Vorgehen und Zeitplan für Entsorgung und Endlagerung dargelegt werden. Dieser Entsorgungsplan ist fortzuschreiben und dem deutschen Bundestag jeweils ein Jahr nach dem Zusammentritt vorzulegen. … Bis zum Jahr 2010 sollte Klarheit über den oder die Standorte bestehen, die untertägig auf ihre Eignung als Endlager erkundet werden sollen. Spätestens bis zum Jahr 2030 sollte ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Betrieb genommen sein.“ (Hervorhebungen Raimund Kamm)


14.12.1985

40.000 Bürgerinnen und Bürger demonstrieren am Baugelände der geplanten Plutoniumfabrik („WAA“).


12.12.1952

Im kanadischen Chalk River in der Nähe von Ottawa kommt es zum ersten schwerwiegenden AKW-Unfall. Die durch Missverständnisse zwischen dem Bedienpersonal ausgelöste Katastrophe hat sogar eine partielle Kernschmelze zur Folge. Nach der Explosion im Reaktorkern wurden mindestens 100 Billionen Becquerel in die Atmosphäre freigesetzt. Der spätere US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter, damals Nukleartechniker in der Navy, half bei den mehrere Monate dauernden Aufräumarbeiten. Der strahlende Reaktorkern wurde vergraben und zwei Jahre später ging die Anlage wieder in Betrieb.


12.12.1979

NATO Doppelbeschluss. Die NATO-Länder beschlossen, als Antwort auf die Stationierung neuer russischer Atomraketen ("SS 20") ein Ultimatum: Entweder diese Stationierung wird rückgängig gemacht, oder in Westeuropa, speziell in Deutschland werden neue Pershing II und Cruise Missiles stationiert.

Dies führt zu einem Aufbäumen gerade der Bevölkerung in Deutschland. Weil diese neuen Raketen wegen ihrer Schnelligkeit (Pershing II braucht weniger als 10 Minuten um Ziele im Westen der UdSSR zu treffen) und Zielgenauigkeit sogar Erstschlagsfähigkeit (der Gegner wird so getroffen, daß er nicht zurückschlagen kann) und damit den Wahn von der Führbarkeit des Atomkrieges befürchten lassen, demonstrieren gerade in Deutschland Hunderttausende gegen diese neuen Atomwaffen.


11.12.1985

Beginn der Rodungen im Taxöldener Forst (LK Schwandorf in der Oberpfalz in Ostbayern) zur Schaffung eines Bauplatzes für die fälschlich Wiederaufarbeitungsanlage genannte Plutoniumfabrik Wackersdorf


08.12.1953

Verkündete US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen sein "Atoms for Peace"-Programm, mit dem eine Politik internationaler Kooperation eingeleitet werden sollte. Vorangegangen war eine letztlich gescheiterte Politik der USA, die den USA das Monopol bei der Herstellung und Verwendung von Nuklearwaffen sichern sollte.


07.12.1975

Durch einen Kurzschluss konnte der Reaktor im AKW Greifswald nicht mehr richtig gekühlt werden und es drohte eine Kernschmelze. Nur durch geistesgegenwärtiges Handeln der Betriebsmannschaft konnte Schlimmeres verhindert werden. Nach dieser Beinahe-Katastrophe wurde der Brandschutz innerhalb des Kraftwerks erheblich verstärkt und die "räumliche Trennung" bei sicherheitsrelevanten Einrichtungen eingeführt, die jede Einheit separat mit Strom versorgt. Der Fall wurde erst nach der Wende 1989 im Fernsehen publik gemacht. (Quelle Stern)


03.12.1959

Der deutsche Bundestag verabschiedet das Gesetz über die friedliche Nutzung der Kernenergie. Ein Abgeordneter enthält sich, alle anderen stimmen zu.


02.12.1942

Unter der Leitung von Enrico Fermi wird in einem Raum unter der Tribüne des Stadions von Chicago die erste nukleare Kettenreaktion in der Geschichte der Menschheit in Gang gesetzt.


01.12.1966

Deutschlands erstes Großkernkraftwerk, der Block A in Gundremmingen, wird nach dem Probebetrieb ins allgemeine Stromnetz integriert.


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