Kinderkrebs
um Kernkraftwerke ist Tatsache - Vorsorgeprinzip erzwingt Handeln
Im Auftrag des
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare
Energiepolitik e.V. nahm Raimund Kamm am Sonntag, den 28. Sept. 08,
in der Berliner Charite an einem Symposium der Gesellschaft für Strahlenschutz
über die Kinderkrebsstudie teil. Die Schlussfolgerungen aus diesem
Symposium hat der Präsident Dr. Sebastian Pflugbeil gezogen. Siehe
unten.
Anzumerken ist:
Nachdem die auch von unserer Bürgerinitiative eingeforderte Kinderkrebsstudie
nach jahrelangen Verzögerungen endlich im Dezember 2007 veröffentlicht
wurde, verweigerten Bundesumweltminister Gabriel sowie seine Länderkollegen
Konsequenzen aus dieser Studie zu ziehen. Man beauftragte wieder neue
Gutachter. Diesmal die Strahlenschutzkommission (SSK). Versprochen
wurde, dass deren Stellungnahme im September 2008 vorgelegt würde.
Heute am letzten Septembertag beklagen wir, dass die verantwortlichen
Politiker die Tatsache, dass jedes Jahre in Deutschland minimum 6
- 12 Kinder durch die Kernkraftwerke Krebs bekommen, weiter zu vernebeln
versuchen und den notwendigen Gesundheitsschutz auf die lange Bank
schieben.
Bitte an die
Journalisten: Fragen Sie beim Bundesumweltminister, warum auch dieses
Versprechen wieder gebrochen wird und wie lange er sich noch vor den
notwendigen Entscheidungen zum Schutz der Kinder drücken will.
Raimund
Kamm - Vorstand
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Berlin, den
29. September 2008
Kinderkrebs
um Kernkraftwerke ist Tatsache – Vorsorgeprinzip erzwingt Handeln
Am 28.9.2008 trafen
sich Epidemiologen, Statistiker, Physiker, Biologen und Ärzte mit
Journalisten, Behördenvertretern und Politikern in der Berliner Charite
zu einem Symposion, um mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
Schwachstellen der „Epidemiologischen Studie zu Kinderkrebs in der
Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK) des Mainzer Kinderkrebsregisters“
nachzubessern. Unter den Teilnehmern waren sieben Wissenschaftler,
die als Externe (nicht als Autoren) an der Entwicklung der Methode
und der Begleitung der KiKK-Studie beteiligt waren.
Die Bewertung
der Autoren der KiKK-Studie, daß das erhöhte Krebs- und Leukämierisiko
bei Kindern unter 5 Jahren in der Nähe der deutschen Kernkraftwerke
grundsätzlich nicht auf die radioaktiven Emissionen der KKW zurückgeführt
werden können, stellte sich als ebenso unhaltbar heraus wie die These,
daß die errechnete Strahlenbelastung um viele Größenordnungen zu gering
sei, um Krebs oder Leukämie verursachen zu können. Es wurde belegt,
daß solche täuschenden Aussagen in der Geschichte des Strahlenschutzes
immer wieder vorgetragen wurden, um ungestört weitermachen zu können
wie bisher. Aus verschiedenen Blickwinkeln wurde exemplarisch aufgezeigt,
daß in der KiKK-Studie nicht berücksichtige Fakten sehr wohl ausreichen,
die tragischen Erkrankungen der Kinder als strahleninduziert zu erklären.
Der Präsident
der Gesellschaft für Strahlenschutz, Dr. Sebastian Pflugbeil, fordert
mit Nachdruck, die erschreckenden Befunde der KiKK-Studie ernstzunehmen.
Sie verpflichten die politischen Entscheidungsträger, das seit Jahrzehnten
anerkannte Prinzip der Vorsorge endlich praktisch umzusetzen. Pflugbeil
appelliert an Wissenschaftler, Medienvertreter und Politiker, nicht
zu Lasten der Gesundheit unserer Kinder mit halbrichtigen Darstellungen
ganz falsche Schlussfolgerungen zu suggerieren. Wenn am Ende einer
epidemiologischen Untersuchung ein signifikanter Zusammenhang herauskommt
und die Autoren dann vorgeben, daß das aber auch Zufall sein könnte,
dann wird Epidemiologie zur Demagogie.
Pflugbeil appelliert
auch an den gesunden Menschenverstand: Wer nachweist, daß Kinder umso
häufiger erkranken, je näher sie an dem nächsten KKW-Schornstein wohnen
und Radioaktivität als mögliche Ursache grundsätzlich ausschließt,
macht sich nicht nur lächerlich. Er wirft die Frage auf, was denn
dann aus solch einem Schornstein die Kinder krank macht. Ist es wirklich
beruhigend, daß man das bisher nicht herausgefunden hat?
Das Symposion
hat zahlreiche Ansatzpunkte für eine weitere intensive Diskussion
ergeben, die innerhalb der verschiedenen Disziplinen, vor allem aber
auch untereinander fortgeführt werden soll. Mit Bedauern wurde zur
Kenntnis genommen, daß das Mainzer Kinderkrebsregister die Einladung
zu dieser offenen Diskussion ausgeschlagen hat. Ansonsten jedoch hat
die interdisziplinäre freie Diskussion über ein brisantes Thema einen
Sprung nach vorne gemacht.
Dr. Sebastian
Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz