Medienerklärung des Verein FORUM vom 16.12.08


Vor einem Jahr am 19.12.2007 wurde wieder mal die Genehmigung der AKW-Vergrößerung für Gundremmingen angedroht

Keine Genehmigung!

20.12.2007 http://www.kkw-gundremmingen.de/presse.php?id=37

„Leistungserhöhung in den Blöcken B und C des Kernkraftwerks Gundremmingen: atomrechtliches Genehmigungsverfahren steht vor dem Abschluss …“

RWE (LEW) versucht seit September 1999 eine Genehmigung zur Vergrößerung der Leistung beider Gundremminger Reaktoren zu erhalten. Das zwischen Ulm und Augsburg gelegene AKW ist jetzt schon Deutschlands größtes Kernkraftwerk. Das ursprüngliche Genehmigungsgesuch wurde zwischenzeitlich durch einen veränderten Antrag ersetzt. Die Öffentlichkeitsbeteiligung wird von Bayerns Staatsregierung bis heute verweigert. Wir Umwelt- und Gesundheitsschützer warnen seit zehn Jahren, dass die Genehmigung dieser Leistungserhöhung zu einer Verringerung der Sicherheitsreserven und somit zu einer Vergrößerung der Unfallrisiken führen würde. Unbestritten ist auch, dass eine Erhöhung der Leistung zu einem Anstieg der Radioaktivitätsabgaben über den Kamin und den Abwasserkanal in die Donau führt. Noch mehr Menschen drohen an Krebs zu erkranken. Auch würde die Strahlung des Atommülls erhöht und dieser müßte deswegen noch länger zwischengelagert werden.

In den letzten 12 Monaten haben sowohl der Kreistag von Heidenheim als auch der Kreistag von Dillingen Appelle beschlossen, dem AKW Gundremmingen die gefährliche Leistungserhöhung nicht zu genehmigen. Nur im Kreis Günzburg, der Geld vom AKW erhält, fand sich im Kreistag keine Mehrheit für den Schutz der Menschen und der Umwelt vor wachsenden Atomgefahren.

Deutschlandweit scheiterten oder ruhen Anträge auf Leistungserhöhung

Vor wenigen Jahren scheiterte in Bayern der Leistungserhöhungsantrag des von EON betriebenen AKW-Grafenrheinfeld. Der für das AKW Isar 1 bei Landshut im Jahr 2000 gestellte Antrag auf Leistungserhöhung wird von EON seit Jahren nicht mehr betrieben. Das niedersächsische AKW Grohnde hat zwar 1999 eine Leistungserhöhung genehmigt bekommen, von dieser aber bis heute keinen Gebrauch gemacht. Dem AKW Brokdorf wurde eine Leistungserhöhung von der Regierung Schleswig Holsteins abgelehnt.

Wir appellieren an RWE (LEW) den Genehmigungsantrag zurückzuziehen und wir appellieren an Bayerns Regierung, diese gefährliche Vergrößerung des AKW Gundremmingen nicht zu genehmigen!


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2008 ist es mit rund 700 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgerichts unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten erfolglos geblieben.