Neuer Strahlenschutzbericht
der Bundesregierung zeigt:
Das
AKW Gundremmingen liegt mit seinen Ableitungen radioaktiver Stoffe
erneut in der Spitzengruppe
Der Ende 2008
veröffentlichte staatliche Jahresbericht „Umweltradioaktivität und
Strahlenbelastung“ für 2007 (der Staat veröffentlicht diese Zahlen
leider mit fast einjähriger Verspätung) zeigt, dass das AKW Gundremmingen
im Deutschlandvergleich mit die höchsten Freisetzungen radioaktiver
Stoffe hat. Auch offenbart sich wieder: Die veralteten Siedewasserreaktoren
leiten mehr strahlende Stoffe in die Umwelt , als die moderneren Druckwasserreaktoren.
Unrühmlicher Spitzenreiter noch vor Gundremmingen ist das AKW Philippsburg
im Landkreis Karlsruhe. http://www.bmu.de/strahlenschutz/downloads/doc/38070.php
Die radioaktiven
Stoffe werden in Gundremmingen als Abgas über einen 170 Meter hohen
Kamin http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Gundremmingen_Nuclear_Power_Plant.jpg&filetimestamp=20080803154539
und als Abwasser über einen in die Donau führenden Kanal frei gesetzt.
Zwar werden laut
RWE die gültigen Grenzwerte deutlich unterschritten. Aber die wenigsten
Menschen wissen, dass die Messungen die AKW-Betreiber selber machen.
Unsere staatlichen Aufsichtsbehörden kontrollieren lediglich die Betreiber.
Zur Verneblung der Reaktorvorgänge veröffentlicht man auch nur gemittelte
Messwerte. Die Einzelmessungen mit manchmal erheblichen Belastungsspitzen
werden als “Betriebsgeheimnis“ versteckt.
Die derzeit
gültigen Grenzwerte schützen nicht vor Krebs
Bei der Festlegung
der Grenzwerte in den 1960er Jahren wurde der Schutz vor Erbschäden
(„Gonadendosis“) mit dem Interesse am Ausbau der Atomanlagen abgewogen.
Ein wirksamer Schutz vor einer krebsauslösenden Strahlenbelastung
spielte bei der Festsetzung der noch heute gültigen Grenzwerte praktisch
keine Rolle. Bundesumweltminister Gabriel räumte im Juni 2007 bei
einer Internationalen Strahlenschutzkonferenz in Berlin ein, dass
wegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über das Entstehen strahlenbedingter
Krebserkrankungen die Senkung der Grenzwerte dringend geprüft werden
müsse. Auch die Kinderkrebsstudie vom Dezember 2007 (KiKK-Studie)
beweist, dass mit der Nähe des Wohnortes zu Atomkraftwerken bei Kleinkindern
die Krebs- und Leukämieerkrankungen stark zunehmen.
Siedewasserreaktoren
haben die höchsten radioaktiven Emissionen
Der neue Bericht
über die Strahlenbelastung in Deutschland belegt, dass insbesondere
das radioaktive Jod-131, radioaktive Edelgase, der radioaktive Kohlenstoff
C-14, radioaktive Schwebstoffe und das umstrittene Tritium aus den
Kernkraftwerken frei gesetzt werden. Auffällig ist, dass wieder einmal
die veralteten Siedewasserreaktoren, die im Unterschied zu den Druckwasserreaktoren
nur einen Hauptkreislauf haben, die Liste der radioaktiven Vergifter
anführen. Es sind dies die AKW Ohu/Isar, Philippsburg und Gundremmingen.
Die anderen zwei deutschen Siedewasserreaktoren in den AKW Brunsbüttel
und Krümmel, sind nach Störfällen seit Mitte 2007 außer Betrieb.
AKW Gundremmingen
Ist es wirklich
ein „Zufall“, dass in der Umgebung des Gundremminger Kernkraftwerkes
die Leukämierate bei Kleinkindern im Vergleich zu den anderen bayerischen
AKWs am höchsten ist? (Diesen "Zufall" wollen uns die AKW-Betreiber
glauben machen.) Ist es auch ein „Zufall“, dass auf der Homepage des
AKW Gundremmingen www.krb.de das Wort
Abgaskamin oder auch Schornstein fehlen?