13.1.09
Gundremmingen (dpa/lby) - Die beiden Blöcke des schwäbischen Atomkraftwerks
Gundremmingen haben im vergangenen Jahr nach Angaben der Betreiber
rund 20,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspreche
rund 27 Prozent der gesamten bayerischen Stromerzeugung. Durch dieses
Volumen seien der Umwelt rund 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid erspart
geblieben. Dies sei ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz. Um eine
vergleichbare Einsparung zu erzielen, müsste beispielsweise der gesamte
deutsche Straßenverkehr für gut eineinhalb Monat ruhen, hieß es in
einer Mitteilung vom Dienstag.
Presseerklärung
zur am 13.1.09 veröffentlichten Jahresbilanz 2008 des RWE-AKW Gundremmingen
Atomindustrie
- Meister im Frisieren von Bilanzen
Die Jahresbilanz
2008 des AKW Gundremmingen trügt. Entscheidende Zahlen fehlen
1. Im AKW Gundremmingen
wird bei der Kernspaltung ungeheuer viel Radioaktivität erzeugt und
in der Bilanz verschwiegen.
Leider macht das
AKW in der Jahresbilanz 08 keine Aussage zur Strahlenfreisetzung und
zum Atommüll. Ausgehend von der Antwort der Bayerischen Staatsregierung
auf die Landtagsanfrage >>Radioaktivitäts-Emissionen des Atomkraftwerks
Gundremmingen speziell in den „Pfad Atommüll“<< (DS 14/1359) wird
im AKW Gundremmingen extrem viel Radioaktivität erzeugt und zum Teil
an die Luft und das Abwasser abgegeben. Je Kilowattstunde Atomstrom
emittiert das AKW Gundremmingen Radioaktivität von rund 150 Becquerel
(Bq) in die Luft. Und sogar 1.300 Bq in das Abwasser. In manchen Jahren
liegt das AKW Gundremmingen in Deutschland an der unrühmlichen und
krebsmachenden Spitze bei der Freisetzung von Radioaktivität. Die
amtlichen Grenzwerte werden zwar nicht überschritten, aber sie sind
auch nicht so bemessen, dass sie vor Krebs schützen würden. Und schrecklich
viel Strahlung, nämlich 29 Millionen Bq pro Kilowattstunde, geht in
den radioaktiven Abfall. Wenn man dies mit den im Jahr 2008 produzierten
20,6 Milliarden Kilowattstunden multipliziert, kommt man auf schwer
vorstellbar viel Strahlung. Die Radioaktivität im Atommüll klingt
zudem so langsam ab, dass man diesen Müll rund 1 Million Jahre sicher
einschließen muss.
Zu beachten ist
auch, dass das AKW Gundremmingen sehr viel Strom selber verbraucht
und nicht ins Netz einspeist. Mit einem durchschnittlichen Eigenkonsum
von 120 Megawatt und somit rund 950 Millionen Kilowattstunden pro
Jahr ist es sogar der größte Stromverbraucher Bayerisch-Schwabens.
2. Atomstrom
verursacht CO2
Das AKW Gundremmingen
vermeidet auch nicht im behaupteten Umfang CO2. Bei der Jahresbilanz
des AKW wird der enorme CO2-Aufwand für die Erzeugung des Uranbrennstoffs
unterschlagen. Pro kWh Atomstrom muss man für die Herstellung des
Uranbrennstoffes je nach Beschaffenheit des Uranerzes und der Art
der Anreicherungstechnik zwischen 30 und 120 Gramm CO2 kalkulieren.
Irreführend auch, als Vergleichskraftwerk eine veraltete Braunkohlenanlage
anzusetzen. Die vernünftige Alternative: Wenn endlich trotz des Widerstandes
der Atomindustrie der Leerlaufbetrug für alle neuen Elektrogeräte
mit einem Aus-ist-Aus-Gesetz untersagt würde, sparten wir bald 20
Milliarden kWh Strom je Jahr. So viel Strom, wie das AKW Gundremmingen
liefert. Atomkraftwerke sollen nicht durch alte Braunkohlekraftwerke
sondern durch Effizienz und Erneuerbare Energien ersetzt werden! So
gesehen, spart das AKW Gundremmingen kein Kilogramm CO2.
Das AKW Gundremmingen
versucht mit Unterschlagung entscheidender Zahlen und mit falschen
Rechnungen erneut uns Bürger zu täuschen. Aber wir wehren uns: Den
französischen AKW-Betreibern wurde erst vor wenigen Tagen auf Bestreben
von Umweltschützern die Behauptung, Atomstrom sei sauber, untersagt.
Das AKW Gundremmingen: