Medienerklärung
zur gestrigen Atomforum-Meldung
Deutsches
Atomforum versucht mit Strombilanz 08 zu blenden
2008
war aber seit 1992 das zweitschlechteste Jahr der Atomstromer
Stolz verkündete gestern das Deutsche Atomforum, dass im Jahr 2008
die deutschen AKW 148,8 Milliarden kWh Strom produziert haben. Im
Vertrauen darauf, dass die deutschen Journalisten kaum noch recherchieren
(können oder dürfen), verschweigen die Atomer, dass damit die AKW
im Jahr 2008 das zweitschlechteste Stromergebnis seit 1992 erreicht
haben. Siehe „Stromerzeugung nach Energieträgern von 1990 bis 2007
(in TWh) Deutschland insgesamt“: www.ag-energiebilanzen.de/viewpage.php?idpage=65
Selbstredend verschweigen sie die Radioaktivitätsabgaben an die Umwelt,
die Krebstoten und die Atommüllproduktion. Siehe dazu: www.atommuell-lager.de/Presse/090114-pressemitteilung.htm
Alle
deutschen AKW sind abgeschrieben und keines hat eine risikogerechte
Haftpflichtversicherung
Auch
die deutschen Atomkraftwerke sind alt und anfällig geworden. Ihre
Konzeption stammt aus den 1960er Jahren. Alle sind bereits bilanziell
abgeschrieben. Unerwarteter Verschleiß an Rohren und Absperrschiebern
zwingt zu langwierigen Reparaturen. Die ältesten Anlagen, also die
Blöcke in Biblis, Brunsbüttel sowie Philippsburg I und Neckarwestheim
I haben viele Störungen und stehen häufig für Reparaturen still. Die
alten Siedewasserreaktoren mit nur einem Hauptkreislauf bereiten den
Ingenieuren besondere Probleme.
Man muss immer wieder daran erinnern: Kein AKW hat eine risikogerechte
Haftpflichtversicherung. Im Falle eines Falles werden alle Steuerzahler
zur Kasse gebeten und die Geschädigten werden nur zum Teil Schadenersatz
bekommen. Bisher sind die Regierenden nicht bereit, endlich auch risikogerechte
Haftpflichtversicherungen den AKW-Betreibern zur Pflicht zu machen.
Hingegen trauen die Versicherungen immer weniger den Sicherheitsbehauptungen
der AKW-Konzerne: In den letzten Jahren haben sie „im Kleingedruckten“
von Hausratsversicherungen, KfZ-Versicherungen usw. ausdrücklich die
Entschädigung der Folgen von AKW-Unfällen oder –Anschlägen ausgeklammert.
Atomstrom ist schnell ersetzbar
Bis
heute verhindert die starke Lobby der Atomkonzerne, dass wir den Atomstrom
überflüssig machen. Das Umweltbundesamt hingegen hat schon im Jahr
2007 gezeigt, wie wir mit Effizienz und Erneuerbaren Energien schnell
allen Atomstrom ersetzen können. Kraft-Wärme-Kopplung, Hochwirkungsgradelektromotoren,
Verbot des Stand-by-Betrugs, Top-Runner-Programm, Nutzung der Windenergie
auch in Süddeutschland sind die entscheidenden Elemente um den Atomstrom
überflüssig zu machen und zugleich den Ausstoß von Treibhausgasen
zu senken.
ATOMFORUM-Meldung
vom 16.01.09 im Wortlaut
Berlin,
16.01.2009 02/09 – Deutsches Atomforum e. V. (DAtF) >> Steigerung
der Stromerzeugung in deutschen Kernkraftwerken Im Jahr 2008 haben
die deutschen Kernkraftwerke ihre Bruttostromerzeugung um 5,9 Prozent
erhöht. Sie stieg von 140,5 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh)
in 2007 auf 148,8 Mrd. kWh im vergangenen Jahr. An der Spitze steht
dabei das Kernkraftwerk Isar 2 in Bayern mit einer Jahresproduktion
von 12,1 Mrd. kWh bei einer Leistung von 1.475 Megawatt (MWe).
Die deutliche Produktivitätssteigerung der deutschen Kernenergiewirtschaft
ist zu einem großen Anteil auch auf die Stromproduktion in den hessischen
Kraftwerken Biblis A mit neun Mrd. kWh und Biblis B mit elf Mrd. kWh
zurückzuführen. Nach Sanierungs- und Revisionsmaßnahmen ist Block
B im Dezember 2007 und Block A im Februar 2008 wieder ans Netz gegangen.
Die beiden Blöcke erzielten im vergangenen Jahr das beste Ergebnis
in ihrer Betriebsgeschichte. Im Dezember 2008 erreichte Biblis B einen
weiteren Meilenstein, als der Kraftwerksblock die Produktionsmarke
von 250 Milliarden Kilowattstunden überschritt.
Nach den jüngsten Daten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen erhöhte
sich der Anteil der Kernenergie am Primärenergieverbrauch in Deutschland
von 11,1 Prozent im Jahr 2007 auf 11,5 Prozent im Jahr 2008. Bezogen
auf den Gesamt-Primärenergieverbrauch von 480 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten
(Mio. t SKE) im vergangenen Jahr erhöhte sich dabei die Stromerzeugung
aus den Kernkraftwerken um 5,7 Prozent auf 55,3 Mio. t SKE.
Die Zahlen belegen einmal mehr den herausragenden Beitrag der CO2-freien
Stromerzeugung aus Kernenergie zur Versorgungssicherheit und den Klimaschutzanstrengungen
Deutschlands. <<
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