Medienerklärung des Verein FORUM vom 26.01.09


Atommüll-Lager Asse II: Nicht die Steuerzahler sondern die Verursacher zur Kasse bitten

Heute wurde durch eine Meldung der Berliner Zeitung bekannt, dass die Regierungsfraktionen vorhaben, die Kosten für die Sicherung des Atommüll-Lagers Asse II den Steuerzahlern aufzubürden. Zur Ablenkung wird dann gesagt, in der Asse II lagerten auch radioaktive Abfälle aus Medizin und Forschung.

Aber wohl über 99 Prozent der in dem ehemaligen Salzbergwerk eingelagerten Radioaktivität stammt aus den Kernkraftwerken. Einer der größten Verursacher ist der Block A des Atomkraftwerk Gundremmingen. Nach unserer Initiative vorliegenden Ablieferlisten wurden aus Gundremmingen 3456 Gebinde direkt in die Asse geliefert. Vermutlich noch mehr Atommüll mit erheblich mehr Radioaktivität wurde von Gundremmingen über die Zwischenstation Versuchsplutoniumfabrik ("WAA") des Karlsruher Kernforschungszentrum in die Asse geschafft.

Es ist ein weiterer dreister Versuch der AKW-Betreiber sich aus der Verantwortung zu stehlen, Kosten auf die Gesellschaft abzuschieben und später den Atomstrom als preiswert zu bezeichnen. Wir fordern unsere Bundestagsabgeordneten auf, die Kosten nicht den Steuerzahlern sondern den Verursachern in Rechnung zu stellen!


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2008 ist es mit rund 700 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgerichts unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten erfolglos geblieben.