Medienerklärung des Verein FORUM vom 19.10.09


Süddeutschlands größte Energie-BI fordert die IHK auf:

Einseitige Atomideologie überwinden und

zukunftsweisende Energiekonzepte verfolgen

 

Das Umwelt- und Energiepodium der IHK Schwaben entsprach den Befürchtungen: Anstelle zukunftsweisender Energiekonzepte wurde einseitige Werbung für die Atomenergie gemacht. Experten und Unternehmen, die mit Energieeffizienz sowie Erneuerbaren Energien Geschäfte machen, und dabei auch für das Gemeinwohl wirken, waren nicht auf das Podium der IHK geladen worden.

 Das gemeinnützige FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. als größte Umweltschutz- und Energieinitiative Süddeutschlands fordert die schwäbische Wirtschaftskammer eindringlich auf, endlich das Wohl Schwabens und seiner Wirtschaft sich zum Ziel zu setzen anstatt nur die Interessen der in Nordrhein-Westfalen beheimateten Eigentümer des AKW Gundremmingen RWE und EON zu vertreten.

 Unglaublich, dass der IHK-Vizepräsident Wolfgang Schultz aus Memmingen nicht einmal davor zurückgeschreckt ist, mit einem offensichtlich manipulierten Bild von der Basilika Ottobeuren gegen die Windenergie und die Windkraftanlagen eines schwäbischen Unternehmers und IHK-Mitglieds Stimmung zu machen. Man muss daran erinnern: Die IHK ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, in der die Unternehmen zwangsweise Mitglied sind.

 Energieeffizienz und Erneuerbare Energien schaffen auch in unserer Region Arbeit und Gewinne, z. B. bei: Alternative Technology Group, Bosch Rexroth, GP-Solarpark, GSE, Honold-Windenergie, Kuka, Liebherr, Maho, Meteocontrol, Renk, Röhm, SGL, Tognum AG mit der Dezentralen Energietechnik, Vento Ludens, Voith, … Die Erneuerbare Energien Branche bietet im Jahr 2009 schon 280.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Von dieser Branche war kein Vertreter auf das Umwelt- und Energiepodium geladen worden. Dort konnten praktisch nur Atomstromer sprechen.

 Viel zu wenig ist bekannt, dass die Atomkraft mit den dahinter stehenden vier Atomkonzernen den Strompreiswettbewerb verhindert. Hierauf hat gerade der Präsident des Bundeskartellamtes Bernhard Heitzer im Handelsblatt hingewiesen: Längere Laufzeiten für die Atomkraftwerke verfestigen die preistreibenden Machtstrukturen und führen im Ergebnis zu höheren Strompreisen für die Wirtschaft und die Privathaushalte. Dies anzusprechen, stünde der IHK gut zu Gesicht.

 Selbst wenn den Funktionären der IHK Schwaben die Atommüllprobleme, die Gefahren der ohne ausreichende Haftpflichtversicherungen arbeitenden AKW wie auch die überdurchschnittlich vielen an Krebs erkrankten Kinder in der AKW Region gleichgültig wären, müssten sie im Interesse günstiger Strompreise für die schwäbische Wirtschaft wie auch im Interesse der wachsenden Geschäftschancen der für moderne Energietechnik arbeitenden Betriebe endlich sich für die bessere Energie einsetzen! Dazu fordert das FORUM die Wirtschaftskammer auf.


 

Raimund Kamm - Vorstand

PS Unsere BI hat im Januar 2003 ein Memorandum "Atom-Terrorgefahr" geschrieben und immer wieder aktualisiert. Derzeit umfasst es 27 Seiten.


Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2008 ist es mit rund 700 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgerichts unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten erfolglos geblieben.