Medienerklärung des Verein FORUM vom 31.10.09


RWE (LEW) irrt seit Jahrzehnten 

Kunden , verlasst den Umweltschädling!

Heute fordert der RWE-Chef Grossmann die Bundesregierung auf, die alten deutschen Atomkraftwerke sogar 60 und mehr Jahre laufen zu lassen. Damit reiht er sich in die Liste dummer RWE-Boss-Aussagen ein. Vor vierzig Jahren sagte der damalige RWE-Chef, dass im Jahre 2000 in Deutschland, und damit war nur die BRD gemeint, 150 Atomkraftwerke im Betrieb seien. Vor sechzehn Jahren behauptete RWE auch langfristig könnten wir nicht mehr als 4 Prozent unseres Stroms aus Sonne, Wasser und Wind gewinnen.

Unsere Bürgerinitiative empfiehlt unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, RWE und seine Tochterfirma LEW als Kunden zu verlassen und zu Ökostromanbietern zu wechseln. Wir helfen gerne dabei.

Heute: 31.10.09
>> Der Vorstandschef des Energiekonzerns RWE fordert die neue Bundesregierung auf, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke deutlich zu verlängern. "Baugleiche Reaktoren laufen in den Niederlanden, Frankreich oder Belgien 60 Jahre und mehr, in den USA sind jetzt sogar 80 Jahre im Gespräch", sagte er der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post"<< www.presseportal.de/pm/30621/1503249/rheinische_post
Das ist natürlich sachlich falsch: Noch in keinem Land der Erde ist ein AKW länger als fünfzig Jahre in Betrieb. Je älter die Kernkraftwerke werden, desto häufiger fallen sie aus und desto länger müssen sie für Reparaturen still stehen. Und nicht zu vergessen: Keines dieser AKW verfügt über eine risikogerechte Haftpflichtversicherung.
 
Vor sechzehn Jahren: Sommer 1993
RWE behauptet zusammen mit anderen Atomkonzernen in Zeitungsanzeigen: „„Denn regenerative Energien wie Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4 % unseres Strombedarfs decken.“
In Deutschland erreichen wir in diesem Jahr jedoch schon eine Erneuerbare Energien-Quote in der Stromerzeugung von 17 Prozent. RWE jedoch als größter deutscher Stromerzeuger produziert nur miserable 2,3 Prozent seines Stroms aus Erneuerbaren Energien. Deswegen fordern Umweltschützer die Mitbürger auf, RWE und seine Tochterfirmen wie LEW zu verlassen. Ökostromfirmen liefern heute schon atomkraft- und kohlefreien Strom für 22 c/kWh bei 6,9 Euro monatlichem Grundpreis.
 
Vor vierzig Jahren: 24.11.1969
Prof. Dr. Heinrich Mandl von der Rheinisch-Westfälischen-Elektrizitätswerke AG (RWE AG) verkündet in Wien öffentlich im Rahmen der Tagung "Kernenergie als Gemeinwirtschaftliche Aufgabe", daß im Rahmen des deutschen Atom-Programms bis zum Jahr 2000 in der Bundesrepublik Deutschland 150 Atomkraftwerke in Betrieb sein würden.  www.atommuell-lager.de/Kalender-Blaetter/kalender-11.php
Im Jahre 2000 liefen in Deutschland 19 Atomkraftwerke. Heute noch 17.



Raimund Kamm - Vorstand

PS Unsere BI hat im Januar 2003 ein Memorandum "Atom-Terrorgefahr" geschrieben und immer wieder aktualisiert. Derzeit umfasst es 27 Seiten.


Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2008 ist es mit rund 700 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgerichts unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten erfolglos geblieben.