Medienerklärung des Verein FORUM vom 14.01.10

FORUM e.V.:
Wir müssen und wollen im Jahr 2010 den Atomausstieg
und die Energiewende entscheidend voranbringen

Das FORUM ist zur größten Energiewende Bürgerinitiative Süddeutschlands herangewachsen. In Giengen an der Brenz wurde jetzt erörtert, wie wir Bürger den Atomausstieg und die Energiewende im Jahr 2010 gegen die starken Atomkräfte durchsetzen können.
Gut vierzig Bürgerinnen und Bürger hatten die Einladung des FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. nach Giengen angenommen. Wie können wir im Jahr 2010 mehr politischen Druck machen, um den Atomausstieg voranzubringen? war das abendliche Kernthema.

Aber als Erstes informierte sich der neue Oberbürgermeister der Stadt Giengen Gerrit Elser bei den Versammelten über die Gefahren, die aus dem Atomkraftwerk und dem Atommüll-Lager im 19 Kilometer entfernten Gundremmingen drohen. Der Vorstand des FORUMS wies auch auf einen Ausweg hin: Immer mehr Gemeinden in Deutschland beschließen das 100 % Ziel. Sie wollen in etwa 30 Jahren den Energieverbrauch zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken. Giengens junges Stadtoberhaupt sagte: Es ist jetzt die Aufgabe von uns allen, Schritt für Schritt bessere Energietechniken einzuführen.

„Alle aussteigen – Endstation Neckarwestheim“
90 Kilometer nordwestlich von Giengen steht das Alt-AKW Neckarwestheim 1. Es ist schon 34 Jahre in Betrieb und hatte überdurchschnittlich viele Störfälle. Nach geltendem Atomgesetz ist in rund 100 Tagen das zugebilligte Stromkontingent „abgearbeitet“ und die Betriebsgenehmigung erlischt.

„Neckarwestheim1 ist ein altes AKW, das mit dünnen Wänden gebaut wurde, das stark abgenutzt ist und dass heute nicht mehr genehmigt würde,“ fasste FORUM-Vorstand Raimund Kamm die Gefahren zusammen.

Am Wochenende 24. und 25. April werden deutschlandweit Großaktionen für den Atomausstieg und die Energiewende geplant. Das FORUM will mit Bussen, oder auch einem süddeutschen Sonderzug („Alle aussteigen – Endstation Neckarwestheim“) zur süddeutschen Großaktion in Neckarwestheim oder in Biblis, wo gleich zwei alte AKW-Reaktoren stehen, fahren.

„Wenn jetzt die AKW nicht eins nach dem anderen abgeschaltet werden, verlängern wir die Gefahrzeit und blockieren wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien.“ sind sich die Frauen und Männer im Forum einig.

Der Skandal des ungelösten Atommüllproblems verlangt von den verantwortungsbewussten Bürgern, schnellstmöglich den Atomausstieg durchzusetzen! Das FORUM hat eine vierköpfige Organisationsgruppe gebildet und lädt alle Gesundheits- und Umweltschützer ein, bei der Vorbereitung der deutschlandweiten Großaktionen am 24. und 25. April mitzuhelfen. Kontakt über: www.atommuell-lager.de


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Herbst 07 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.

Jetzt warten wir auf den Beschluß des Bundesverfassungsgerichts über unsere Verfassungsbeschwerde. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt.