Medienerklärung des Verein FORUM vom 27.01.10

Überraschender Rekord beim Windkraftwerksbau
Bayern ist jedoch Deutschlands Schlusslicht

Aus der heute veröffentlichten Jahresstatistik des Deutschen Windenergieinstituts (www.dewi.de) geht hervor, dass 2009 in Deutschland mehr Windkraftanlagen (WKA) als erwartet gebaut worden sind.
952 neue Windkraftwerke mit zusammen einer Leistung von 1.917 Megawatt gingen ans Netz. Dies entspricht fast genau der Leistung der zwei jetzt im Süden Deutschlands schnell stillzulegenden Atomkraftwerke Neckarwestheim 1 und Biblis A, die zusammen 1952 Megawatt netto haben.

Damit verfügt unser Land über insgesamt 21.164 WKA mit 25.777 Megawatt. Nur die USA haben noch mehr Windstromkapazitäten. Boomer ist China. Dort wurden letztes Jahr über 10.000 Megawatt Windkraft installiert.

Wohltat für die deutsche Wirtschaft
Das Deutsche Windenergieinstitut weist zusammen mit dem Verband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) darauf hin, dass die Exportquote der deutschen Windkraftwerksbauer rund 80 Prozent beträgt und die Branche etwa 37.000 direkte Arbeitsplätze und bei Berücksichtigung der Zulieferer und Serviceleistungen insgesamt 90.000 Arbeitsplätze bietet.

Rückständig bei der Windkraftnutzung sind Bayern, Baden-Württemberg und Hessen
Am schlechtesten steht Bayern mit nicht einmal 400 Windkraftwerken da. Der Vergleich mit Rheinland-Pfalz, ebenfalls einem Binnenland mit hügeliger Landschaft, zeigt, wie viele Möglichkeiten in Bayern noch ungenutzt sind: Bayern ist dreieinhalb Mal so groß wie Rheinland-Pfalz hat aber weniger als 400 WKA. In Rheinland-Pfalz hingegen erzeugen 1021 Windkraftwerke Strom.
www.dewi.de/dewi/fileadmin/pdf/publications/Statistics Pressemitteilungen/31.12.09/Anhang_Folien_2009.pdf

Die süddeutschen Bundesländer mit Atomkraftwerken blockieren mittels schikanöser Regionalplanung den Ausbau der Windkraft. Damit schützen sie die Gewinne der AKW-Betreiber und nehmen große Risiken, überdurchschnittlich viele Kinderkrebsfälle und unentsorgbaren tödlich strahlenden Atommüll in Kauf.

Neue Windkraftwerke liefern den Strom für 9,1 c/kWh und verschaffen mittelständischen Unternehmen und ihren Mitarbeitern viel Geschäft. Im Binnenland Sachsen-Anhalt stammt rechnerisch jede zweite verbrauchte Kilowattstunde Strom aus heimischen WKA.

Auch in Bayern können moderne große Windkraftanlagen jedes Jahr vier und bald sogar sechs Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Eine einzige Anlage kann rund 2000 Haushalte versorgen. Um unser Klima zu schützen und die Atomgefahren zu überwinden, brauchen wir auch in Süddeutschland einen vernünftigen Ausbau der Windkraft!


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Herbst 07 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.

Jetzt warten wir auf den Beschluß des Bundesverfassungsgerichts über unsere Verfassungsbeschwerde. Wir beklagen, daß die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt.