10 Jahre Zwischenlager Gundremmingen
Regierende brachen alle Entsorgungsversprechen
FORUM geht für den Atomausstieg wieder auf die Straße
Vor zehn Jahren schäumte in Schwaben die Empörung: RWE und EON machten in Abstimmung
mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung ihre Baupläne für ein Zwischenlager in
Gundremmingen öffentlich. Es soll sogar Deutschlands größtes Atommüll-Lager werden.
Politiker der CSU versprachen im Jahr 2000 den aufgebrachten Bürgern ein Endlager in
Norddeutschland. Politiker von SPD und Grünen versprachen, dass das Gundremminger
Zwischenlager viel kleiner werden sollte als RWE und EON dies beantragten. Das Zwischenlager
sei der Preis für den Atomausstieg und die Beendigung der irreführend Wiederaufbereitung
genannten umweltschädlichen Plutoniumabtrennung.
Heute müssen wir feststellen: Das AKW hat seit Frühjahr 2000 weitere 500.000 Kilogramm tödlich
strahlenden Atommüll erzeugt. Kein Kilo ist entsorgt! Sogar der langsame
Atomausstieg wird von den Atomkonzernen und einer Mehrheit von CSU.CDU und FDP wieder in
Frage gestellt. Eine Entsorgung des auch in Gundremmingen zwischengelagerten Atommülls ist
nicht in Sicht.
Deswegen geht das FORUM wieder auf die Straße und ist Mitveranstalter von zwei deutschen
Großveranstaltungen:
Mit Bussen fahren wir am Sonntag, 21. März, zum rund 120 Kilometer westlich von uns gelegen
Alt-AKW Neckarwestheim 1. Sogar mit einem Sonderzug, dem Bayern-Express, wollen wir am
Samstag, 24. April, die Menschenkette vom Alt-AKW Brunsbüttel über Hamburg zum Alt-AKW
Krümmel stärken.
Eingelullt von jahrzehntelangen leeren Entsorgungsversprechen, ruhig gestellt von weit
über 100 Geldspenden des AKW an Schulen, Kindergärten und Vereine wie auch Lustreisen an
Vorortpolitiker haben viele in Schwaben das Atommüllproblem verdrängt. Im März 2000 wurde
es schmerzlich bewußt. Ungläubig hörten sie, dass es in keinem Land der Erde ein Endlager für
verstrahlte Brennelemente gibt. Dass der Salzstock in Gorleben von Fachleuten auch des Staates
wegen einer lückenhaften Sperrschicht als untauglich für den Einschluss des tödlich strahlenden
Mülls für die erforderliche Zeit von einer Million Jahre angesehen wird.
Aber maßgebliche Politiker plapperten dennoch auch im Jahr 2000 die Propaganda von RWE & Co
nach, dass die Entsorgung technisch gelöst sei und in Gorleben schon bald ein Endlager zur
Verfügung stehe. Alle Versuche, einen nach wissenschaftlichen Kriterien bestgeeigneten Platz
für ein unterirdisches Endlager in Deutschland zu suchen, wurden von den Atomkonzernen, die
die dafür zurückgelegten 35 Milliarden Euro nicht ausgeben wollen, und den ihnen verbundenen
Politikern blockiert.
Da Bestimmung und Bau eines Endlagers wenigstens drei Jahrzehnte brauchen, ist die Räumung
des sogenannten Zwischenlagers Gundremmingen heute völlig ungewiß und schon auf nachfolgende
Generationen verschoben. Tag für Tag droht bei einem Großunfall oder einem Anschlag das
Gundremminger Zwischenlager ganze Landkreise zu verseuchen und für Jahrtausende unbewohnbar
zu machen.
Empörend, dass im Jahr 2010, fünfzig Jahre nach Beginn der deutschen Atomstrom- und damit
verbunden Atommüllproduktion, Politiker nicht für die bestmögliche Sicherung des Todesmülls
sondern sogar für die Laufzeitverlängerung reden!
FORUM fährt mit Bussen am Sonntag, 21. März, nach Neckarwestheim zur Demonstration mit
Frühlingsfest für den Atomausstieg
Auskünfte und Fahrkarten über
www.atommuell-lager.de/aktuell/neckarwestheim.php oder
von Dr. Eduard Belotti (0821 – 6 50 29 65), Thomas Feller (08295 – 30 24 55),
Andi Mattern (09077 – 70 01 19).
FORUM fährt mit dem Sonderzug Bayern-Express am Samstag, 24. April, zur Menschenkette in
den Norden
Fahrkarten ab 15.3. im Vorverkauf beim FORUM
www.atommuell-lager.de