Medienerklärung des Verein FORUM vom 12.03.10

10 Jahre Zwischenlager Gundremmingen
Regierende brachen alle Entsorgungsversprechen FORUM geht für den Atomausstieg wieder auf die Straße

Vor zehn Jahren schäumte in Schwaben die Empörung: RWE und EON machten in Abstimmung mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung ihre Baupläne für ein Zwischenlager in Gundremmingen öffentlich. Es soll sogar Deutschlands größtes Atommüll-Lager werden.
Politiker der CSU versprachen im Jahr 2000 den aufgebrachten Bürgern ein Endlager in Norddeutschland. Politiker von SPD und Grünen versprachen, dass das Gundremminger Zwischenlager viel kleiner werden sollte als RWE und EON dies beantragten. Das Zwischenlager sei der Preis für den Atomausstieg und die Beendigung der irreführend Wiederaufbereitung genannten umweltschädlichen Plutoniumabtrennung.

Heute müssen wir feststellen: Das AKW hat seit Frühjahr 2000 weitere 500.000 Kilogramm tödlich strahlenden Atommüll erzeugt. Kein Kilo ist entsorgt! Sogar der langsame Atomausstieg wird von den Atomkonzernen und einer Mehrheit von CSU.CDU und FDP wieder in Frage gestellt. Eine Entsorgung des auch in Gundremmingen zwischengelagerten Atommülls ist nicht in Sicht.

Deswegen geht das FORUM wieder auf die Straße und ist Mitveranstalter von zwei deutschen Großveranstaltungen:
Mit Bussen fahren wir am Sonntag, 21. März, zum rund 120 Kilometer westlich von uns gelegen Alt-AKW Neckarwestheim 1. Sogar mit einem Sonderzug, dem Bayern-Express, wollen wir am Samstag, 24. April, die Menschenkette vom Alt-AKW Brunsbüttel über Hamburg zum Alt-AKW Krümmel stärken.

Eingelullt von jahrzehntelangen leeren Entsorgungsversprechen, ruhig gestellt von weit über 100 Geldspenden des AKW an Schulen, Kindergärten und Vereine wie auch Lustreisen an Vorortpolitiker haben viele in Schwaben das Atommüllproblem verdrängt. Im März 2000 wurde es schmerzlich bewußt. Ungläubig hörten sie, dass es in keinem Land der Erde ein Endlager für verstrahlte Brennelemente gibt. Dass der Salzstock in Gorleben von Fachleuten auch des Staates wegen einer lückenhaften Sperrschicht als untauglich für den Einschluss des tödlich strahlenden Mülls für die erforderliche Zeit von einer Million Jahre angesehen wird.

Aber maßgebliche Politiker plapperten dennoch auch im Jahr 2000 die Propaganda von RWE & Co nach, dass die Entsorgung technisch gelöst sei und in Gorleben schon bald ein Endlager zur Verfügung stehe. Alle Versuche, einen nach wissenschaftlichen Kriterien bestgeeigneten Platz für ein unterirdisches Endlager in Deutschland zu suchen, wurden von den Atomkonzernen, die die dafür zurückgelegten 35 Milliarden Euro nicht ausgeben wollen, und den ihnen verbundenen Politikern blockiert.

Da Bestimmung und Bau eines Endlagers wenigstens drei Jahrzehnte brauchen, ist die Räumung des sogenannten Zwischenlagers Gundremmingen heute völlig ungewiß und schon auf nachfolgende Generationen verschoben. Tag für Tag droht bei einem Großunfall oder einem Anschlag das Gundremminger Zwischenlager ganze Landkreise zu verseuchen und für Jahrtausende unbewohnbar zu machen.

Empörend, dass im Jahr 2010, fünfzig Jahre nach Beginn der deutschen Atomstrom- und damit verbunden Atommüllproduktion, Politiker nicht für die bestmögliche Sicherung des Todesmülls sondern sogar für die Laufzeitverlängerung reden!

FORUM fährt mit Bussen am Sonntag, 21. März, nach Neckarwestheim zur Demonstration mit Frühlingsfest für den Atomausstieg
Auskünfte und Fahrkarten über www.atommuell-lager.de/aktuell/neckarwestheim.php oder von Dr. Eduard Belotti (0821 – 6 50 29 65), Thomas Feller (08295 – 30 24 55), Andi Mattern (09077 – 70 01 19).

FORUM fährt mit dem Sonderzug Bayern-Express am Samstag, 24. April, zur Menschenkette in den Norden
Fahrkarten ab 15.3. im Vorverkauf beim FORUM www.atommuell-lager.de

Unsere Ausstiegs-Aktionen:
21. März http://www.endlich-abschalten.de/
24. April http://www.anti-atom-kette.de/
http://www.antiatombonn.de


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Herbst 07 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.