Medienerklärung des Verein FORUM vom 18.04.10

Wann endlich übernehmen die Regierenden der CSU
Verantwortung für unsere Zukunft?

Als Umweltschützer um Deutschlands größtes AKW verdrängen wir nicht die fürchterlichen Folgen der Atommüllproduktion. Aufs Schärfste verurteilen wir die Absicht der CSU, noch länger Atommüll zu produzieren. Wir erinnern daran, dass allein in Bayern schon über 3 Millionen Kilogramm verstrahlter Spaltstoff erzeugt wurden – und noch kein Kilo entsorgt ist.

Mehr als 50 Jahre nach Betriebsbeginn der ersten deutschen Atomreaktoren im oberbayerischen Garching (1957), im unterfränkischen Kahl (1960) und im bayerisch-schwäbischen Gundremmingen (1966) ist noch kein Kilogramm des verstrahlten Spaltstoffs (verharmlosend „Brennstoff“ genannt) entsorgt worden. Durch die Spaltung des Urans wird die gewünschte Wärme produziert. Aber zugleich wird das Spaltmaterial ungeheuer radioaktiver. Die Strahlung steigt auf das Milliardenfache an. Ein Jahr nach Entnahme des verbrauchten Urans („Brennelement“) aus dem Reaktor strahlt dieser Stoff Zehnmilliarden mal mehr als vor dem Reaktoreinsatz. Die Strahlungsstärke explodiert so stark, als wenn man zum Vergleich aus einem Gramm 10.000 Tonnen machte.

Wegen seiner tödlichen Strahlung muß dieses Material eine Million Jahre sicher eingeschlossen werden. Bisher ist alles nur in supergefährlichen oberirdischen Zwischenlagern abgestellt.

Die Führenden der CSU müssen endlich die Unverantwortlichkeit dieser Atompolitik einsehen. Wir fordern sie auf, anstelle dessen dreimal Ja zu sagen:

  • Ja zur schnellst möglichen Beendigung der Atommüllproduktion!
  • Ja zur demokratischen Suche nach dem best geeigneten Endlagerstandort in Deutschland
  • Ja zur Energieeffizienz und zum vernünftigen Ausbau der Erneuerbaren Energien in Bayern.


Wir können uns, wenn die Behinderung sowohl der Energieeffizienz als auch der Windenergienutzung beendet werden, mit einem Mix aus Solarstrom, Wasserkraft, Biomasse, vielleicht auch der Geothermie und auf jeden Fall der Windkraft zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien versorgen. Wenn wir nur politisch die Weichen endlich richtig stellen!

Deswegen werden wir Bürgerinitiativen und UmweltschützerInnen am kommenden Samstag, den 24. April 2010, mit unserem Sonderzug, dem Greenpeace Energy Bayern Express, zur Menschenkette für das Abschalten in den Norden fahren.


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Herbst 07 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.