Medienerklärung des Verein FORUM vom 23.04.10

Gut 1000 BayerInnen auf den Weg in den Norden
Menschenkette für den Atomausstieg

Heute Nacht fahren wir mit unserem Sonderzug, dem Greenpeace Energy Bayern-Express, zur Menschenkette in den Norden. Diese werden wir Samstagnachmittag über rund 110 km vom AltAKW Brunsbüttel über Hamburg zum AltAKW Krümmel bilden.
Über 600 Menschen stehen oder schlafen heute Nacht im Liegewagenzug zur Menschenkette. Unser Ziel ist der Bahnhof Elmshorn. Andere fahren mit Linienzügen und Bussen. In Elmshorn werden wir mit zehntausenden Umwelt- und GesundheitsfreundInnen Teil einer langen Menschenkette. Informationen: www.anti-atom-kette.de
Achtung: Der Server dürfte Samstag zeitweise überlastet sein!

Einige von uns streiten für den Sofortausstieg. Andere von uns sagen, schnellst möglich abschalten! Einige von uns sagen, über die Endlagerung diskutieren wir erst, wenn die AKW abgeschaltet sind. Andere sagen: Angesichts der ungeheuren Gefahren der oberirdischen Zwischenlager und der notwendigerweise mehrere Jahrzehnte dauernden Suche müssen wir in einem demokratischen Verfahren den best geeigneten Endlagerort in Deutschland finden. Gemeinsam kämpfen wir gegen die Laufzeitverlängerung.

Wir wissen: Seit 1957 (Forschungsreaktor Garching) wird in Bayern Uran gespalten und dadurch schrecklicher Atommüll erzeugt. Mit dem Reaktor im unterfränkischen Kahl (1960), dem ersten kommerziellen Groß-AKW im bayerisch-schwäbischen Gundremmingen (1966), dann dem heute so gefährlichen AltAKW Isar 1 (1977), dem Reaktor im unterfränkischen Grafenrheinfeld (1981), den beiden Blöcken B+C in Gundremmingen (1984) und zum Schluss dem Reaktor Isar 2 (1988) hat Bayern bis heute über 3 Millionen Kilogramm hochradioaktiven Brennelementmüll erzeugt. Noch kein Kilo ist entsorgt!

Wir sind empört, dass die regierenden bayerischen Politiker sogar Laufzeitverlängerungen wollen. Verantwortung für den Atommüll hingegen ablehnen. Diese Politik ist ein Verbrechen an unseren Nachkommen! Und das werden wir immer massiver den Atompolitikern Seehofer, Söder & Co bewußt machen - auch konfrontativ!

Die oberirdischen Zwischenlager in Grafenrheinfeld, Gundremmingen und Ohu sind gerade bei Beachtung der Terrormöglichkeiten wahnsinnig gefährlich!

Wir haben in Deutschland und auch in Bayern bessere Energie! Wenn wir endlich mit der Energieeffizienz ernst machen (Stand-by-Verbot, Passivhaus, LED-Beleuchtung, Hochwirkungsgradmotoren) und die Blockade der Windenergie beenden sowie unsere Dächer mit Photovoltaikanlagen ausstatten und übergangsweise auch auf maximal ein Prozent unserer Ackerflächen PV-Anlagen betreiben, können wir schnell abschalten und unser Land klimafreundlich versorgen! Hierfür streiten wir mit unserer Menschenkette.


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Herbst 07 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.