Medienerklärung des Verein FORUM vom 27.05.10

„Castor“-Kontamination in Gundremmingen verrät dubiose Atommüllverschiebung

Und wieder mal versuchte das AKW Gundremmingen einen merkwürdigen Vorfall zu verstecken:
19.05.2010
Am Mittwoch, 12. Mai 2010, wurden bei der Eingangskontrolle unter der Schutzfolie der Transportverpackung eines leeren Brennstab-Transportbehälters an vier Stellen punktuelle Überschreitungen der zulässigen Strahlenschutz-Grenzwerte festgestellt. … Mit diesem Behälter sollten fünf im Anlagenbetrieb eingesetzte Brennstäbe – fünf Prozent eines kompletten Brennelements – im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts nach Schweden transportiert werden.
www.kkw-gundremmingen.de/presse.php?id=314
RWE als Betreiber des AKW Gundremmingen hat diesen Vorfall kurz vor Pfingsten auf seiner Homepage mehr versteckt als veröffentlicht. Eine Medienmitteilung wurde nicht gemacht. Sonst werden wie am 1.4.2010 sogar Medienmitteilungen zu Kochwettbewerben und Kochrezepten gemacht.
Wir haben Fragen:

  1. Was ist das für ein Forschungsprojekt in Schweden?
  2. Sollen die extrem strahlenden Brennstäbe für immer in Schweden bleiben? Was ist die Gegenleistung?
  3. Von welcher Einrichtung kam der Transportbehälter – landläufig „Castor“ genannt - und wo ist er radioaktiv kontaminiert worden? Wie kam es zu der radioaktiven Verschmutzung und wieso ist diese erst nach dem Castor-Transport quer durch Süddeutschland aufgefallen?
    Zur Erinnerung: Als 1998 in Gundremmingen und an anderen Kernkraftwerken kontaminierte Castoren entdeckt wurden, untersagte die damalige Umweltministerin Angela Merkel alle Castortransporte. Das Verbot wurde erst Jahre später von ihrem Nachfolger wieder aufgehoben.
  4. Welche Strahlung wurde gemessen?
44 Jahre nach Beginn der Gundremminger Atommüllproduktion ist noch kein Kilo entsorgt
Im Kernkraftwerk Gundremmingen wird seit 1966 Uran gespalten und hierdurch tödlich strahlender Atommüll erzeugt. Dieser muss eine Million Jahre sicher eingeschlossen werden. RWE als Kraftwerksbetreiber verweigert bis heute genaue Angaben, wie viel produziert wurde und wo dieser Todesmüll heute überall lagert. Nach unseren Schätzungen sind es bisher allein über 1.300.000 Kilogramm hochradioaktiver Atommüll aus den verstrahlten Brennelementen. Und noch kein Kilo ist entsorgt!
Denn es gibt weder in Deutschland noch in irgendeinem Land der Erde hierfür ein Endlager. Geschweige denn eines, das für die notwendigen 1 Million Jahre die sichere Isolation gewährleisten würde.
Diese beispiellos skandalösen Zustände möchten die Atomkonzerne gerade jetzt, wo über ihr ungeheures Laufzeitverlängerungsbegehren entschieden wird, vertuschen. Wir Umwelt- und Gesundheitsschützer fordern: Sagt die Wahrheit über den Atommüll!


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, daß wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und im Herbst 07 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Anti-Atom-BI Süddeutschlands.