Medienerklärung des Verein FORUM vom 26.08.10

Frau Dr. Merkel, Heidenheim zeigt Ihnen:
50 Prozent Erneuerbare sind bis 2020 machbar Atomkraft hingegen ist eine Todesbrücke

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Umweltminister Norbert Röttgen und der atomradikale Ministerpräsident Stefan Mappus werden ab Freitagmittag (27.8.10) in Heidenheim die in Wasserkrafttechnik weltweit führende Firma Voith Hydro besuchen. Deutschlands zweitgrößte Energie-Bürgerinitiative, die den langen programmatischen Namen FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. führt, wird sie mit einer kleinen feinen Demonstration empfangen. „Wir werden sie an die schrecklichen Folgen der Atomkraft erinnern und wir werden für die gerade in Baden-Württemberg und Bayern behinderte Windkraft eintreten.

Keine Bundesregierung löst das Atommüllproblem

Am 4. Mai 1983 sagte Bundeskanzlerin Merkels Vorvorgänger H. Kohl in einer Regierungserklärung zum Atommüll: „Die Entsorgung muß und wird zügig verwirklicht werden.“ Heute im Jahr 2010 ist kein Kilo des tödlich strahlenden Kernbrennstoffs entsorgt. Weltweit gibt es kein Endlager – geschweige denn ein für die erforderliche Zeit von über 1 Million Jahre sicheres. Allein das AKW Gundremmingen hat bisher rund 1.500.000 Kilogramm dieses Todesmülls erzeugt.

4 %       18 %       47 %        100 %

Auch im Sommer 1993 veröffentlichten die deutschen Atomkonzerne große Zeitungsanzeigen. Darin stand: „Kann Deutschland aus der Kernenergie aussteigen? … Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4 % unseres Strombedarfs decken.“

Im Jahr 2009 deckten die Erneuerbaren Energien (EE) allen Widerständen zum Trotz schon 18 Prozent unseres Nettostromverbrauchs. Der Bundeswirtschaftsverband BEE prognostizierte vor 1 ˝ Jahren, dass wir im Jahr 2020 dann 47 % unseres Stroms aus EE gewinnen würden. Und das Bundesumweltministerium meint, dass wir etwa ab 2040 der 100 % EE-versorgung nahe kommen werden. Wenn wir endlich die Stromverschwendungen beendeten und die vom Bundeswirtschaftsminister Brüderle wie auch der CSU blockierte Effizienzoffensive starteten, könnten wir schon früher die 100 % erreichen.

Atomkraft ist eine Todesbrücke

Unsere alten abgenutzten Atomkraftwerke würden bei Großunfällen oder massiven Anschlägen Tausende Menschen tödlich verstrahlen und ganze Gemeinden und Landkreise für Jahrhunderte verseuchen. Und schon heute führen die Atomkraftwerke dazu, dass bis in 50 Kilometer Entfernung überdurchschnittlich viele Krebserkrankungen von Kindern festgestellt werden.

FORUM demonstriert für Erneuerbare Energien und für den Atomausstieg

Leider scheuen bisher die Regierenden den Kontakt mit den Bürgern. Wir haben deswegen eine kleine Demonstration in Heidenheim an der Paul-Hartmann-Straße Einmündung Brunnenmühle angemeldet. Freitag, 27. August ab 14 Uhr.
Alle Umweltschützer sind kurzfristig eingeladen.


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns bis etwa 2035 zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2009 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands und zweitgrößte deutsche AntiAtom-Gruppe.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgericht unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, dass die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten bisher erfolglos geblieben.