Medienerklärung des Verein FORUM vom 31.08.10

Die Bürgerinitiative FORUM zieht ihre Schlüsse
Bundeskanzlerin Merkel wollte in Heidenheim nichts vom Atommüll wissen

Das FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik ist über das Verhalten von Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Mappus bei der Energiereise in Heidenheim empört. Beim FORUM-Treff am Montagabend zogen die Umweltschützer ihre Schlüsse.
Am letzten Tag ihrer Energiereise durch Deutschland besuchte Bundeskanzlerin Dr. Merkel in Begleitung von Ministerpräsident Mappus im schwäbischen Heidenheim das in Wasserkrafttechnik führende Unternehmen Voith Hydro. Als dieser Besuch einige Tage zuvor bekannt gegeben worden war, mailte umgehend unsere Bürgerinitiative an das Bundeskanzleramt. Wir baten um einen kurzen Kontakt, um der Bundeskanzlerin die von uns dokumentierte Geschichte des Atommüll-Lagers Schwaben überreichen zu können. Nur 26 Kilometer Luftlinie von Voith in Heidenheim entfernt, wird in Gundremmingen Castor für Castor Deutschlands größtes Atommüll-Lager aufgebaut.

Unsere auf über 700 Mitglieder angewachsene Bürgerinitiative wollte Frau Merkel ans Herz legen, dass die Atomkraftwerke schnell abgeschaltet werden können. Dass auch endlich in unserem Land ernsthaft der nach wissenschaftlichen Kriterien best geeignete Ort für ein Endlager gesucht werden muss, da die oberirdischen Zwischenlager insbesondere im Falle eines massiven Terroranschlags ganze Landkreise für Jahrhunderte verstrahlen können. Und wir wollten bei Frau Merkel und dem sie begleitenden Ministerpräsidenten Mappus dafür eintreten, dass die süddeutsche Behinderung der Windkraftnutzung beendet wird.

Aber Frau Merkel scheute das Volk. Unser Schreiben an das Bundeskanzleramt blieb unbeantwortet und mit hoch gedrehten Scheiben ließ Frau Merkel ihre Wagenkolonne an uns vorbei brausen.

So verkündeten unsere Transparente unsere Botschaft:

  • Firma Voith ist auf dem richtigen Weg!
    Warum die Laufzeiten der AKW verlängern?
  • Kernkraftwerke machen unsere Kinder krank!
  • Hirn einschalten – AKW abschalten
Menschlich hat uns das Verhalten der Bundeskanzlerin und des sie begleitenden Ministerpräsidenten Mappus enttäuscht. Wir rufen ihnen nach:
„Wenn Regierende das Volk missachten, verkürzen wir ihnen die Laufzeit!“

Am 27. März 2011 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt werden und voraussichtlich auch über das politische Schicksal der Bundeskanzlerin Merkel abgestimmt. Wir werden dazu aufrufen, nur Frauen und Männer zu wählen, die konsequent für Atomausstieg, verantwortbare Endlagerung und Klimaschutz sich einsetzen.


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns bis etwa 2035 zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2009 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands und zweitgrößte deutsche AntiAtom-Gruppe.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgericht unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, dass die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten bisher erfolglos geblieben.