CSU-Minister Söder lässt lügen
Bayerns Gesundheits- und Umweltminister Söder nötigt heute Vertreter von Atomgemeinden
zu einem Canossagang nach München. Sie sollen mit ihm dem Volk vorlügen, Bayerns abgenutzte
Atomkraftwerke erfüllten höchste Sicherheitsstandards. Die Wahrheit sieht anders aus.
Bayerns ältestes noch laufendes Atomkraftwerk, das AKW Isar 1, wurde in den 1960er Jahren
konstruiert und in den 1970er Jahren gebaut. Es ist längst abgeschrieben. Als veralteter
Siedewasserreaktor verfügt es nur über einen Hauptkreislauf. Gebaut wurde es aus
Kostengründen mit dünnen Wänden und geringen Raumreserven. Bei vielen denkbaren
Großunfällen oder massiven Anschlägen würde der Bau bersten und seine tödliche
Radioaktivität weiträumig freisetzen.
Auch die zwei ab 1976 im schwäbischen Gundremmingen gebauten Siedewasserreaktoren
verfügen nur über einen Hauptkreislauf. Da auch sie großen Unfällen oder massiven
Anschlägen nicht standhalten, hat der Gesetzgeber erlaubt, dass sie ohne risikogerechte
Haftpflichtversicherungen laufen. Die deutschen Versicherungen halten die AKW nicht für
sicher. Sie schließen beispielsweise bei Hausratsversicherungen im Kleingedruckten die
Entschädigung von durch Atomunfälle bedingten Schäden aus.
Selbst die beiden Druckwasserreaktoren Grafenrheinfeld und Isar 2 würden bei bestimmten
Unfallabläufen katastrophal Radioaktivität freisetzen. Auch sie wären nach dem heute
geltenden Atomgesetz nicht mehr genehmigungsfähig!
Dennoch zu behaupten, die Anlagen würden höchste Sicherheitsstandards erfüllen,
ist eine unglaubliche Dreistigkeit! Herr Söder will wohl den CSU-Politikern im
Bundestag bei der heutigen Abstimmung über die Laufzeitverlängerung Schützenhilfe gewähren.