Medienerklärung des Verein FORUM vom 26.11.10

Schwabens größte Bedrohung
Gundremmingen ist jetzt Deutschlands größtes Atommülllager

Neue Antwort der Bundesregierung zeigt: In Gundremmingen lagert heute schon der meiste hochradioaktive Atommüll Deutschlands.
Die jetzt veröffentlichte Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen (DS 17/3776) zeigt: Zum Stichtag 31.12.2009 lagerte im Nasslager des AKW Gundremmingen am meisten hochradioaktiver Atommüll. In allen Nasslagern Deutschlands waren zu dem Zeitpunkt 10.531 verstrahlte Brennelemente, davon alleine 4.214 in Gundremmingen.
Da die Brennelemente von Siedewasserreaktoren wie in Gundremmingen kleiner als die von Druckwasserreaktoren sind, muss man auch das Abfallgewicht in Tonnen Schwermetall und zum dritten die Zahl der Castoren in den Zwischenlagern berücksichtigen.
Aus den Nasslagern, auch Abklingbecken genannt, werden die Brennelemente in Castoren gefüllt und diese werden in Zwischenlagern abgestellt. Eine Entsorgung oder Endlagerung gibt es auch 50 Jahre nach Betriebsbeginn des ersten deutschen AKW in keinem Land der Erde. Rechnet man den Atommüll aus den Nass- und den Zwischenlagern zusammen, lagern in Gundremmingen schon mehr Kilogramm und mehr Radioaktivität als im allbekannten Zwischenlager Gorleben. Hinzu kommt die gewaltige Radioaktivität in den zwei Blöcken B und C. In jedem wird in 784 Brennelementen Uran gespaltet und dadurch die gewaltige Radioaktivität erzeugt.

Die schreckliche Radioaktivität wird im Reaktor erzeugt
Nach dem Verstrahlen im Reaktor ist ein Brennelement mehr als eine Milliarde (!) Mal so radioaktiv wie vor dem Reaktoreinsatz. Tödliche wirkende Stoffe wie Cäsium 137, Strontium-90 oder Plutonium 239 sind dann entstanden. Es braucht sogar weit über eine Million Jahre bis die Radioaktivität wieder auf ein naturverträgliches Maß abgeklungen ist.

Bei einer Laufzeitverlängerung würde es in Gundremmingen sogar Platzprobleme für den schrecklichen Atommüll geben
Aus einem jetzt in Auszügen bekannt gewordenen verheimlichten Papier des dem Bundesumweltministerium unterstellten Bundesamtes für Strahlenschutz geht hervor, dass bei einer Laufzeitverlängerung am Schluss 255 Castoren mit dem Gundremminger Atommüll gefüllt werden müssten. Das Gundremminger Zwischenlager ist für das Abstellen von 192 Castoren bis zum 24. August 2046 genehmigt. Bei einer Laufzeitverlängerung würden am Schluss, also etwa im Jahr 2030, verstrahlte Brennelemente sowohl in Castoren, wie auch im Nasslager und auch im Reaktor stehen bleiben.


Unsere Bürgerinitiative appelliert an alle verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, diese für Schwaben und weit darüber hinaus apokalyptische Entwicklung nicht zuzulassen! Und Gott sei Dank können wir mit gut machbaren Fortschritten in der Energieeffizienz und mit vernünftigem Ausbau der Erneuerbaren Energien den Atomstrom schnell ersetzen.



PS. Heute Abend (26.11.2010) um 18 Uhr werden Mitglieder unserer Bürgerinitiative, die zu einem Empfang des Präsidiums des Bayerischen Landtags in Burgau geladen sind, Frau Präsidentin Barbara Stamm und die weiteren Abgeordneten auf das unheilvolle Atommüllproblem, die Häufung von Krebserkrankungen im Umfeld des AKW Gundremmingen sowie auf die schrecklichen Gefahren, die durch große Unfälle oder massive Anschläge drohen, hinweisen.


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns bis etwa 2035 zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2009 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands und zweitgrößte deutsche AntiAtom-Gruppe.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgericht unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, dass die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten bisher erfolglos geblieben.