Medienerklärung des Verein FORUM vom 26.12.10

Medienerklärung zur Weihnachts-Pressemitteilung des AKW
RWE (LEW) missbraucht Weihnachten für lügnerische Atompropaganda

Schade, dass RWE (LEW) selbst Weihnachten missbraucht, um mit Unwahrheiten für die Atomkraft zu werben.

Atomstrom verursacht CO2
Sympathieheischend kündigte das AKW Gundremmingen per Pressemitteilung an, dass auch Weihnachten im Kraftwerk Menschen arbeiten. Und dann verbreitet die von RWE (LEW) geführte Atomanlage wieder Halb- und Unwahrheiten. Es versucht den Menschen weiß zu machen, dass der Atomstrom CO2 frei sei. Da aber in den Uranminen unserer Erde allein für die Gundremminger Versorgung täglich wohl über zehntausend Tonnen Erz und Abraum gebaggert und transportiert und anschließend daraus mit viel Energieeinsatz AKW-tauglicher Spaltstoff erzeugt wird, ist es lügnerisch, von „CO2-freier Energie“ zu sprechen. Seit Jahren weigert sich zudem RWE, die Geheimnisse um seinen Uraneinkauf aus russischen und französischen Quellen zu lüften.
Wenn man die ganze Prozesskette betrachtet, verursacht die Stromproduktion jedes Atomreaktors in Gundremmingen pro Tag rund 1000 Tonnen CO2. Das ist natürlich viel weniger als RWE in seinen Braunkohlekraftwerken erzeugt – aber wahrlich nicht CO2-frei.

Leistungsänderungen strapazieren Atomkraftwerke
Der Kraftwerksleiter tönt, „Kernkraftwerke sind die perfekten Partner, um Schwankungen der Stromnachfrage sowie der Erzeugung von Wind und Sonne kurzfristig auszugleichen.“
Wie falsch dies ist, zeigen die Preise an der Strombörse. Vielfach sind bei starker Windstromproduktion in den vergangenen zwei Jahren die Strompreise sogar ins Minus gegangen. Denn gerade RWE ist mit seinen Braunkohle- und Atomkraftwerken unflexibel. Man lässt diese Anlagen materialschonend lieber durchlaufen anstatt sie rauf und runter zu fahren. Atomkraftwerke, die mit wechselnder Leistung betrieben werden, werden stärker abgenutzt und haben mehr Störungen, z.B. Brennelementschäden. Die schwankende Stromproduktion in den Solar- und Windanlagen erfordern Lastmanagement, Stromausgleich über weiträumige Netze, neue Speicher und flexible Gaskraftwerke; nicht aber schwerfällige Atomkraftwerke.

Schade, wenn Medien diese RWE-Atompropaganda als Weihnachtsmärchen verbreiten!


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns bis etwa 2035 zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2009 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands und zweitgrößte deutsche AntiAtom-Gruppe.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgericht unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, dass die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten bisher erfolglos geblieben.