Bayern Allianz 2010 für Atomausstieg + Klimaschutz
Umsteigen in eine zukunftsfähige Energiepolitik für Bayern!
SprecherInnen: Barbara Geier-Häckh (Nürnberg), Thomas Feller (Hennhofen), Raimund Kamm (Augsburg), Prof. Dr. Ernst Schrimpff (Freising)
Medienerklärung der Bayern Allianz 2010 für Atomausstieg + Klimaschutz vom 29.12.10

Süddeutsches Strompreisseminar in Augsburg
Strompreiserhöhungen sind überflüssig
Zu guten Anbietern wechseln!

Bei einem überfüllten Strompreisseminar in Augsburg haben sich im Dezember Mitglieder süddeutscher AntiAtom- und Solarinitiativen über den Stromhandel und die Strompreise informiert. Fazit: Strompreiserhöhungen sind von der Kostenseite her nicht gerechtfertigt und durch die Gewinnsucht einiger Stromkonzerne begründet. Dringende Empfehlung: Von schlechten zu guten Stromanbietern wechseln!

Nur die Erneuerbaren Energien werden günstiger
Zu Beginn des Seminars betonten für die Veranstalter Professor Ernst Schrimpff (Freising) und Diplomökonom Raimund Kamm (Augsburg), dass auf Dauer nur die Erneuerbaren Energien günstige Preise ermöglichen. Denn Erdgas, Kohle, Öl und Uran sind endliche Rohstoffe, gehen zur Neige und werden zwangsläufig teurer. Sogar Kriege um diese Energiestoffe drohen. Nur die von der Sonne rührenden Erneuerbaren Kräfte wie Solar-, Wind-, Wasser- und Bioenergie, nutzen eine unerschöpfliche und kostenlose Quelle. Die für die Gewinnung erforderlichen Anlagen werden dank technischer Fortschritte immer preiswerter. Noch vor 200 Jahren schöpften die Menschen alle Energie aus Erneuerbaren Quellen. Die Nutzung der fossilen Energierohstoffe wird in der Menschheitsgeschichte nur eine kurze Episode bleiben. In den nächsten 30 bis 40 Jahren können wir schon wieder eine umweltfreundliche Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien schaffen.

Preistreibende Oligopolisten
Der Saarbrücker Volkswirtschaftsprofessor Uwe Leprich stellte dar, dass die Strompreise am stärksten durch die Preispolitik der Großkraftwerksbesitzer wie auch die zunehmenden Aufschläge der Stromkonzerne nach oben gehen. Fast 80 Prozent der deutschen Stromerzeugung seien in Besitz von EnBW, EON, RWE und Vattenfall. Das Bundeskartellamt erreiche nur langsam etwas, um die preistreibende Marktmacht dieser vier zu brechen. An der Strombörse jedoch seien die Einkaufspreise im letzten Jahr um mehrere Cent je Kilowattstunde gesunken.
Auch die Bundesnetzagentur schaffe es nur mühsam, die von den mächtigen Stromnetzbesitzern überhöhten Preise für Transport und Verteilung des Stroms etwas zu verringern.

Günstige Ökostromer und eine preisbrechende Genossenschaft
Fabian Rieger berichtete als Vertreter der Ökostromfirma Naturstrom, dass sie ihren Strom aus neuen Windkraftwerken und aus alten Wasserkraftwerken beziehen. Für 7,95 Euro im Monat und 21,25 Cent je Kilowattstunde beliefern sie Privathaushalte. Preiserhöhungen seien nicht geplant.
Erstaunen löste der Vorstand Jürgen Kübler von der Ulmer Energiegenossenschaft EnerGen Süd eG aus. Wer dort mit 100 Euro Geschäftsanteil und 20 Euro Eintrittsgeld Mitglied wird, bekommt den Strom für einen Monatspreis von 6,50 Euro und 17,49 Cent je Kilowattstunde.

Die süddeutschen Umweltschützer planen, im Jahr 2011 möglichst viele Kunden zu motivieren, sich von den umweltschädlichen und preistreibenden Stromkonzernen wie auch deren Tochterfirmen zu verabschieden. Bessere Stromlieferanten gibt es genug!

Strompreise der PV-Anlagen sanken – und sinken weiter
Der Strom aus Biomasse(gas)-, Solar- und Windanlagen muss nur noch wenige Jahre gefördert werden. Dann ist er sogar im heute verzerrten Markt wettbewerbsfähig. Neue Windkraftanlagen in Süddeutschland liefern den Strom schon für 9 ct/kWh. Die günstigsten nach dem 1.1.2011 neu ans Netz gehenden PV-Anlagen werden den Strom für 21,56 ct/kWh verkaufen. Damit ist der Preis für PV-Strom innerhalb von zwei Jahren dank großartiger technischer Fortschritte um 40 Prozent gesunken, in manchen Fällen gar halbiert!
Zudem ist der Strom aus Photovoltaikanlagen in zweifacher Hinsicht preisdämpfend: Er wird überwiegend in den Mittagsstunden produziert, wenn Stromver­brauch und Börsenpreis am höchsten sind. Er drückt dann das gesamte Preisniveau. Und der Solarstrom wird dezentral, nah bei den Stromkunden erzeugt, so dass er nicht die Fernleitungen belastet.

Zu guten Anbietern wechseln
Von Jahr zu Jahr sinken die Kosten der Erneuerbaren Energien. Würden Atom- und Kohlekraftwerke auch die auf die Gesellschaft abgewälzten Folgekosten für den Atommüll wie die Atomrisiken und die Klimaschäden ehrlich bezahlen, wären heute schon der Solar- und der Windstrom günstiger. Und wer sich dem Preisdiktat der Stromkonzerne beugt, die immer neue Rekordgewinne anstreben, ist selber schuld. Vier gute Ökostromfirmen und preisbrechende Genossenschaften bieten bessere Alternativen.


Raimund Raimund Kamm (Sprecher)

Bayern Allianz 2010 für Atomausstieg und Klimaschutz
Wir vertreten die Standort BI und AntiAtom-Gruppen Bayerns,
und treten öffentlich ein für Atomausstieg und Klimaschutz
Garching - Grafenrheinfeld - Gundremmingen - Ohu
Augsburg - München - Nürnberg
Sprecher: Raimund Kamm
Augsburg, Kamm@gmx.de T. 0821 - 54 19 36
www.anti-atom-bayern.de