Medienerklärung des Verein FORUM vom 17.08.2011

Einladung
Do. 25. August ab 19:30 Uhr
Günzburg, FORUM am Hofgarten

Fünf Jahre Castorlager Schwaben

Wie ist das Atommüllproblem lösbar? Wo und wie endlagern? Präsident König des Bundesamtes für Strahlenschutz stellt sich in Schwaben der Diskussion.

Am 25. August 2006 wurden auf Antrag von RWE & EON und mit Genehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz, BfS, die ersten Castoren im Gund­remminger Zwischenlager abgestellt. Die Einwendungen von 98.000 Bürgerinnen und Bürger konnten dies nicht aufhalten. Im größten Atommüll-Lager Deutschlands dürfen gar 192 Castoren bis zum 24. August 2046 bleiben.

In einem Interview mit WELT ONLINE sagte jüngst Herr König, Präsident der Bundesoberbehörde BfS, dass die Probleme des Atommülls systematisch unterschätzt worden seien. Wie gewaltig diese Castorlager sind, verdeutlichte er mit dem Vergleich, dass sich in einem einzigen Castor das Zweihundertfache der Radioaktivität befinde, wie insgesamt im gescheiterten Versuchsendlager Asse mit seinen etwa 127.000 Atommüllfässern.

Gibt es denn Aussichten, dass der tödlich strahlende Atommüll je aus dem Castorlager Schwaben wieder beseitigt wird? BfS-Präsident Wolfram König hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, Rede und Antwort zu stehen. Er referiert am 5. Jahrestag der ersten Castoreinlagerung im Günzburger Forum zum Thema: „Atomausstieg: die Chance zur Lösung des Endlagerproblems nutzen“.

Wer Bescheid weiß, will es ändern
Die Bürgerinitiative „FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik lädt die Bürgerinnen und Bürger, Politiker/­innen, Frauen und Männer der Kirchen, Medien, Wirtschaft und Schulen ein, sich gemeinsam über dieses für unser Land unvergleichlich folgenreiche Thema zu informieren.


Raimund Kamm - Vorstand

Das FORUM drückt mit seinem langen Vereinsnamen aus, dass wir sowohl gegen die gefährliche Atommüll-Lagerung wie –Erzeugung kämpfen als auch für eine Verantwortbare Energiepolitik eintreten.

Hier verfolgt das FORUM die 3xE-Strategie: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns bis etwa 2035 zu 100 Prozent versorgen! Wind, Solar, Biomasse, Geothermie, ....

Im März 2000 bildete sich beim Bekanntwerden der Gundremminger Zwischenlagerpläne das FORUM, im März 2002 formierte es sich als eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitte des Jahres 2009 ist es mit rund 720 Mitgliedern, darunter sechs Kommunen in Württemberg und Bayern, sogar die größte Energie-BI Süddeutschlands und zweitgrößte deutsche AntiAtom-Gruppe.

Im November 2008 wies das Bundesverfassungsgericht unsere im September 06 eingereichte Verfassungsbeschwerde zurück. Wir beklagen, dass die neue Atommüll-Lagerung in Gundremmingen mangels ausreichendem Schutz gerade vor Terroranschlägen gegen unsere in der Verfassung verbrieften Rechte auf Gesundheit und Leben verstößt und mangels Endlager den im Artikel 20a uns auferlegten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verletzt. Diese Klage ist bei den deutschen Gerichten bisher erfolglos geblieben. Wir sind überzeugt: Gerade bei Berücksichtigung des ‚Kalkar-Urteils’ vom 8. August 1978 des Bundesverfassungsgerichts, in dem steht, dass die Nutzung der Kernkraft nur derzeit noch verfassungskonform ist, weil alle Gefährdungen hypothetisch seien, muss man angesichts der späteren Erfahrungen von Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986), New York (2001) und Fukushima (2011) erkennen, dass die Nutzung der Atomkraft real sogar landesgefährlich ist und gegen unsere Grundrechte verstößt und somit verfassungswidrig ist.
Nach § 17 des Atomgesetzes ist eine Widerrufung der Betriebsgenehmigung geboten.

Schluss mit Atom - wir kaufen nicht bei RWE + LEW den Strom