Vier deutsche
AKWs sind schon wegen mangelhafter Dübel abgeschaltet.
Warum darf
der Block B in Gundremmingen trotzdem immer noch laufen?
Nach Biblis A,
Biblis B und Gundremmingen C wurde am 15. November auch der Reaktor
in Brokdorf wegen der Risiken durch mangelhafte Dübel vorläufig still
gelegt. Es besteht die Gefahr, daß die Aufhängungen wichtiger Leitungen
bei starken Erschütterungen nicht halten.
Sicherheitsfachleute
sprechen von latenten ("eingebauten") Fehlern, die erst in bestimmten
Situationen wirksam und gefährlich werden. Jahrelang haben die Verantwortlichen
von RWE (Essen) und der bayerischen Aufsichtsbehörde unter Umweltminister
Dr. Schnappauf (München) die Fehler nicht bemerkt. Als dann im hessischen
Biblis die unzulänglichen Dübelbefestigungen aufgefallen waren, und
deswegen beide Reaktoren abgeschaltet wurden, hat man auch in Gundremmingen
nachgeschaut. Die AKWs sind von der selben Baufirma Hochtief, die
früher zur RWE gehört hat, errichtet worden.
Dem Vernehmen
nach mußten in Bayern die Verantwortlichen erst von der Bundesregierung
gedrängt werden, auch in Gundremmingen durchzugreifen. Das RWE-Prinzip
"Gewinn vor Sicherheit" funktioniert weiter. Deutschlands größter
Stromerzeuger, der die Betriebsführung für 5 deutsche Atommeiler hat
(Lingen = Emsland, Biblis A, Biblis B, Gundremmingen B, Gundremmingen
C) möchte nicht noch ein AKW verlieren. In Gundremmingen wurde deswegen
nur Block C, dessen Revision ohnehin bald anstand, abgeschaltet.
Im Block B ist
weiterhin das Maschinenhaus, durch das der Hauptkreislauf des AKWs
führt (diese veralteten Siedewasserreaktoren haben nur einen Hauptkreislauf)
nicht ausreichend gegen starke Erschütterungen, wie Erdbeben oder
Anschläge, ge-schützt. Im Falle des Falles könnte es katastrophal
ausgehen. RWE (75 % Anteil) und EON (25 % Anteil) setzen in Gundremmingen
unsere Sicherheit aufs Spiel.
Auch die verantwortliche
Aufsicht im Bayerischen Umweltministerium verweigert uns Sicherheit
und außerdem Informationen. Ein Ministerium, das zum Ruhme seines
Ministers auch Kleinigkeiten an die Öffentlichkeit bringt, schweigt
sich e-benso im Fall des havarierten Castors aus. Seit dem 23. September
steht dieser mit fest steckendem Deckel neben hunderten verstrahlten
Brennelementen in dem zum Kompaktlager erweiterten Abklingbecken.
Heute am 16.11.06
berät der Umweltausschuss des bayerischen Landtags einen Antrag der
Grünen, den Block B in Gundremmingen still zu legen, bis alle gedübelten
Auf-hängungen die vorgeschriebene Qualität haben.
Raimund
Kamm (Vorstand)