Medienerklärung des Verein FORUM vom 24.05.07

Kalenderblatt 28. Mai

1986 hieß es im Landtag von Baden-Württemberg: "Die Weichen für Alternativen zur Kernkraft müssen heute gestellt werden und nicht erst im Jahr 2000.“

Manche denken im Jahr 2007 in zwei sich abwechselnden Sorgen:

Wenn sie davon hören, dass der in den Kernkraftwerken erzeugte Atommüll über 1 Million Jahre sicher verwahrt werden muß, dass bis heute noch kein Kilo des extrem strahlenden Brennelementmülls entsorgt worden ist – in keinem Land der Erde! - wollen sie schnellstmöglich die AKW abschalten. Auch die Gefahren der laufenden Atomkraftwerke zumal die immer bedrohlicher werdenden Risiken von Terroranschlägen beziehungsweise des „Missbrauchs“ der Atomtechnik für den Atombombenbau mahnen zum Ausstieg.
Dann wieder wird bewußt, welch ebenfalls heute noch schwer vorstellbare Katastrophen die globale Erwärmung auslösen wird – und viele wollen alles tun, um weniger CO2 zu erzeugen.

Dies ausnutzend, schlagen die vier Atomkonzerne RWE, EON, EnBW und Vattenfall immer wieder vor: Lasst uns doch die Laufzeit der Kernkraftwerke verlängern und in der gewonnenen Zeit, die Erneuerbaren Energien ausbauen.

Ein Blick in unser Kalenderblatt www.atommuell-lager.de/aktuell_kalender.php zeigt, wie alt und heute schamlos dieser Vorschlag ist: 28.05.1986 "Die Weichen für Alternativen zur Kernkraft müssen heute gestellt werden und nicht erst im Jahr 2000. Jetzt muß erforscht werden und entwickelt werden, was später in Serie genutzt werden soll. Die Zukunft gehört nicht der Kernkraft, weil kein Mensch mit so großen Risiken leben will, wenn es risikoärmere, gefahrlosere Arten der Energieerzeugung gibt." Erwin Teufel, Fraktionsvorsitzender der CDU.

Wir Umweltschützer wollen nicht müde werden, eine verantwortbare 3-E-Energie­politik zu fordern: 1. Energie sparen 2. Energieeffizienz radikal steigern 3. Erneuerbare Energien mittelfristig zur Quelle unserer Energieversorgung zu machen.

Übrigens: Wie groß die brachliegenden Möglichkeiten von Energiesparen und Energieeffizienz sind, sagte vor wenigen Tagen der Energieexperte des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Dr. Josef Hochhuber, bei einem Vortrag in der Handwerkskammer für Schwaben: „Die Einsparung von 20 % unseres Energieverbrauchs ist sogar wirtschaftlich, von 40 % ist technisch und von 50 – 75 % theoretisch möglich.“


Raimund Kamm Vorstand