Medienerklärung des Verein FORUM vom 02.07.07

AKW-Störfall in Brunsbüttel und AKW-Unfall in Krümmel

Was sagt eigentlich der verantwortliche Chef Dr. Thomauske?

Viel Empörung löste vor einigen Jahren in unserem Raum die Nachricht aus, dass der Chef der Genehmigungsgruppe Zwischenlager beim Bundesamt für Strahlenschutz, Dr. Bruno Thomauske, quasi mit Erledigung dieser Bewilligungen für zwölf neue Atommüll-Lager in Deutschland zum Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH gemacht wurde. Er konnte damit vermutlich sein Einkommen vervielfachen und den Atomkonzernen behördeninterne Genehmigungsgeheimnisse verschaffen, die diesen Firmen in den Gerichtsverfahren helfen.

Denn wir Betroffenen in den AKW-Regionen sowie wir Umweltschützer halten die Genehmigungen gerade unter Berücksichtigung von Terrorrisiken für gegen unsere Grundrechte auf Gesundheit, Leben und Eigentum verstoßende Rechtsakte und haben deswegen geklagt. Nun hoffen wir, daß das Bundesverfassungsgericht diese Grundrechtsverletzungen erkennt und unserer Verfassungsbeschwerde stattgibt.

Dr. Thomauske ist jetzt Chef der zwei von Vattenfall in Deutschland geführten Kernkraftwerke, dem AKW Brunsbüttel und dem AKW Krümmel. Beides Siedewasserreaktoren und beide besonders auffällig: Das seit 1976 laufende AKW Brunsbüttel hat bisher zusammengerechnet fast die Hälfte seiner Betriebsjahre wegen technischer Probleme und gefährlicher Störfälle still gestanden. Das AKW Krümmel lag im letzten Jahr an der besorgniserregenden Spitze der meldepflichtigen Vorfälle. Aber vom Gesamtverantwortlichen Dr. Thomauske hört man keine Erläuterungen zu den Ursachen und Hintergründen. Er sucht wohl nur den Kontakt zu den Medien, wenn es um skrupellose Forderungen nach Verlängerung der Gefahrzeit seiner gefährlichen Siedewasserreaktoren und das „Schönreden“ von Gorleben geht. Es wäre doch eine Idee, wenn Journalisten ihn mal anriefen.


Raimund Kamm Vorstand