Kraftwerksgespräch
klärte auf
Windkraft
ist sauber und im Binnenland der Billigmacher
Erstmals hatte
das FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare
Energiepolitik zum Kraftwerksgespräch eingeladen. Und der Saal würde
überfüllt. Kommunalpolitiker, PfarrerInnen, Unternehmer, Schulleiter
und Bürger ließen sich vom Referenten Professor Martin Kühn aus Stuttgart
über die stürmische Entwicklung der Windenergie informieren:
Die Entwicklung
der Windenergie in Deutschland ist schon bisher eine großartige Erfolgsgeschichte:
Jetzt sind rund 7 Prozent unseres Stroms Windstrom, die Kosten dieses
Stroms sind im Gegensatz zum Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken
ständig gesunken, seit 1991 um über 60 Prozent. In wenigen Jahren
wird Windstrom billiger als Strom aus neuen Kohle-, Gas- oder gar
Atomkraftwerken sein. Wenn man die Umweltfolgekosten einrechnet, gehört
heute schon der Windstrom zu den preiswertesten! Deutschlandweit haben
über 75.000 Menschen einen Arbeitsplatz in dieser Branche. Die Wettbewerbsfähigkeit
deutscher Unternehmen zeigt sich in der auf etwa 70 Prozent angewachsenen
Exportquote. In Deutschland ansässige Firmen sind in der Windenergie
Technik – und Weltmarktführer. Die Entwicklung zum „Big Business“
beginnt aber erst.
Onshore –
Offshore.
Derzeit arbeiten
fast 20.000 Windkraftwerke in Deutschland. Praktisch alle an Land
(onshore). Zukünftig sollen große Windkraftwerke mit 5.000 Kilowattleistung
(5 MW) zu 20 bis 100 Anlagen als Windkraftparks im Meer (offshore)
gebaut werden. Dort weht mehr und gleichmäßiger der Wind. Aber die
Investitionen und die Unterhaltskosten werden überproportional steigen.
Diese Anlagen rechnen sich laut neusten Regierungsaussagen nur, wenn
ein Einspeisetarif von 12 und mehr Cent je Kilowattstunde Strom gezahlt
wird. Zum Vergleich: Wer im Jahr 2007 auf dem Land eine Anlage baut,
bekommt anfangs einen Preis von 8,2 Cent je kWh bezahlt.
In Süddeutschland
weht im Schnitt weniger Wind. Aber Windgutachten zeigen, daß an hunderten
von Standorten auch profitabel Windstrom erzeugt werden kann. Und
natürlich ist es vorteilhaft, wenn auch die süddeutschen Stromverbraucher
ihren Windstrom nur über kurze Entfernungen geliefert bekommen können.
Windstrom wird wetterabhängig erzeugt. Sehr intensiv wird daran gearbeitet,
durch Steuerung der Stromnachfrage, durch neue Druckluftspeicher usw.
dies auszugleichen. Und irgendwo weht immer Wind, so daß der europaweite
und sogar Nordafrika einbeziehende Ausbau der Windenergie in Verbindung
mit verlustarmer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) zukünftig
diesen Nachteil stark mindern wird.
Raimund Kamm
als Vorsitzender des FORUMS zog abschließend das Fazit:
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Wir
wollen Windkraftwerke weil sie uns Strom produzieren ohne Atommüll
und ohne Klimavergiftung. In rund 30 Jahren müssen wir durch a)
Energiesparen und b) Steigerung der Energieeffizienz sowie c) Ausbau
der Erneuerbaren Energien uns zu annähernd 100 Prozent aus Erneuerbaren
Energien versorgen!
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Man soll ruhig Schritt für Schritt große Windkraftwerke offshore
errichten. Aber – und das muß laut gesagt werden – von dort kostet
der Strom wenigstens 50 Prozent mehr als von Landanlagen. Insofern
ist es im Interesse günstiger Strompreise für unsere Volkswirtschaft
zwingend, auch große Windkraftwerke an passenden Standorten in Süddeutschland
zu betreiben. Zudem können mit größeren Nabenhöhen und längeren
Rotorblättern die süddeutschen Windnachteile zum Teil wett gemacht
werden.
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Wir brauchen auch Biogas- und Fotovoltaikkraftwerke. Aber der Strom
aus Biogasanlagen kostet fast doppelt und der aus PV-Anlagen gar
fünfmal so viel wie der Strom aus Windkraftanlagen.
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Der Bau neuer Windkraftwerke mit z.B. 2.500 Kilowatt Leistung kostet
ganz grob 2,5 Millionen Euro. Dieses Geschäft können kleinere und
mittlere Unternehmen machen. Und sie zahlen hier Gewerbesteuer.
Offshore ist der Aufwand viel höher, dort können im Grunde nur kapitalstarke
Konzerne investieren. Diese erwarten aber auch eine Kapitalverzinsung
von 15 und mehr Prozent. Die Bevorzugung von offshore-WEA schließt
weitgehend kleine und mittlere Unternehmen vom Geschäft aus. Das
ist inakzeptabel!
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Es wäre für Süddeutschland schlecht, wenn wir in der Zukunft überwiegend
unseren Strom aus Nord- und Ostsee bezögen. Bei Netzstörungen gerade
auch infolge von Stürmen oder gar Anschlägen würden bei uns die
Lichter ausgehen.
Raimund
Kamm Vorstand