Zur
Erinnerung: Vor 45 Jahren Bauantrag für Deutschlands erstes kommerzielles
Atomkraftwerk
13.07.1962 Die
Kernkraftwerk RWE-Bayernwerk GmbH (KRB) stellt "auf Drängen der Bundesregierung",
wie es in der Chronik der Essener RWE heißt, den Bauantrag für das
erste deutsche Großkernkraftwerk, den Block A in Gundremmingen. Ursprünglich
sollte dieses AKW 50 Kilometer weiter donauabwärts in Bertoldsheim
(LK Neuburg-Schrobenhausen) gebaut werden. Nach Einsprüchen der Stadt
Nürnberg, die dort im Mündungsgebiet des Lechs Trinkwasserbrunnen
haben, und der bayerischen Wasserschutzbehörden wurde das schwäbische
Dorf Gundremmingen als Standort für Deutschlands erstes kommerzielles
Kernkraftwerk ausgewählt. www.atommuell-lager.de/aktuell_kalender.php
Und wie ging
es weiter?
Schon nach einem
halben Jahr wurde die Baugenehmigung erteilt, weitere vier Jahre später
ging im Dezember 1966 der Reaktor in den kommerziellen Betrieb. Am
13.1.1977 kam es dann zu einem schwerwiegenden Unfall: Nach einem
externen Kurzschluss wurden bei der notwendigen Schnellabschaltung
mehrere Fehler gemacht, die zu einem Totalschaden führten. Die dadurch
in die Donau und über den Kamin frei gesetzten Radioaktivitätsmengen
wurden nicht veröffentlicht.
Und heute?
Bis heute ist
noch kein Kilogramm der hochradioaktiven Brennelemente entsorgt. Schwach-
und mittelradioaktiver Atommüll aus dem Reaktor lagert in dem Versuchsendlager
Asse II (LK Wolfenbüttel), das jetzt schon voll Wasser läuft. Auch
die Experten wissen nicht, wie dieses Problem der „absaufenden“ Asse
gelöst werden kann. Alle Kosten werden dort übrigens aus Steuergeldern
bezahlt.
10,5 Tonnen Brennelementmüll
wurden zur „Versuchswiederaufbereitungsanlage“ nach Karlsruhe gefahren.
Dort hat man diesen Atommüll in Plutonium, Uran und Spaltprodukte
getrennt. Recyceln kann man entgegen vieler Propagandaartikel die
Brennelemente nicht! Die Karlsruher Anlage versucht jetzt die abgetrennten
hochradioaktiven Spaltprodukte zu verglasen, was auch nur eine Zwischenlösung
ist. Die Kosten von bisher rund 1,9 Milliarden Euro werden von den
Steuerzahlern beglichen. Rechnerisch entfallen davon bis jetzt etwa
95 Millionen Euro auf den Brennelementmüll aus dem Gundremminger Block
A. Weiterer Brennelementmüll soll sich in Belgien, Frankreich und
England befinden. Vor 45 Jahren haben sich die Verantwortlichen nicht
an die Weisheit der Römer „Respice finem“ (Bedenke das Ende)
gehalten. So schufen und schaffen wir eine untragbare Hypothek für
unsere Nachkommen.