AKW
Gundremmingen - Zwei weitere Brennelemente undicht
RWE versteckt
die Schadensmeldung auf der Homepage und bleibt wichtige Auskünfte
schuldig. Bis heute kein Hinweis auf diese meldepflichtigen Ereignisse
beim Bayerischen Umweltministerium
Beim Studieren
der Homepage des AKW Gundremmingen www.kkw-gundremmingen.de
kann man versteckt den Hinweis über bedenkliche Störungen in Deutschlands
größtem Atomkraftwerk finden:
Im Block B des
AKW Gundremmingen wurden wohl wochenlang zwei weitere undichte Brennelemente
(ein undichtes war schon im Mai gemeldet worden) nicht entdeckt, oder
man hat den Schaden verschwiegen. RWE ließ den Reaktor weiter laufen
und erst bei der in der letzten Woche beendeten Revision wurden die
Brennelemente ausgetauscht. Am Freitag (13.7.) hat man dies dann quasi
nach Redaktionsschluss gemeldet. Und das versteckt in einer längeren,
nach Routine aussehenden Verlautbarung. Ein undichtes Hüllrohr, aus
dem ja radioaktive Gase entweichen, ist ein meldepflichtiges Ereignis.
Und da in Gundremmingen in früheren Jahren ein besorgniserregender
Anstieg der radioaktiven Emissionen ungeklärt blieb, und da seit Jahren
die Ergebnisse von Fallstudien zur Untersuchung der überdurchschnittlich
hohen Kinderkrebserkrankungszahlen ausstehen, ist diese erneute Heimlichtuerei
inakzeptabel!
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Auszüge
von der Homepage:
30. Mai
2007 „Im
Kernkraftwerk Gundremmingen kam es am 19.
Mai 2007 zu einem meldepflichtigen Ereignis. Die
Daten der kontinuierlichen Betriebsüberwachung des Reaktorkerns
zeigten, dass ein Hüllrohr in einem der insgesamt 784 Brennelemente
des Blocks B schadhaft sein könnte.“
13. Juli
2007 „Im
Rahmen des Brennelementtauschs wurden auch drei schadhafte Brennelemente
ausgetauscht, die im Zuge einer systematischen Kontrolle des
Reaktorkerns zu Beginn der Arbeiten identifiziert worden waren.“
http://www.kkw-gundremmingen.de/site/news/n_frame.htm
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Wenn ein Hüllrohr
defekt wird, entweichen die bei der Kernspaltung entstehenden radioaktiven
Gase in das Wasser des Hauptkreislaufes. Zum Teil werden sie wieder
aufgefangen und kontrolliert über den Schornstein in die Luft abgelassen.
Dies muß so erfolgen, daß die Grenzwerte nicht überschritten werden.
Der schlanke, über 100 Meter hohe Schornstein des AKW wird von den
AKW-Betreibern im Allgemeinen nicht erwähnt, da man vorgibt, das AKW
arbeite mit „geschlossenen Kreisläufen“.
Wir haben am
10. Januar 03 öffentlich gemacht, daß lt. Bericht der Bundesregierung
(Bundestags-Drucksache 14/9995) die Strahlenbelastung für die Nachbar/innen
des Kernkraftwerks Gundremmingen in 2001 zwar noch deutlich unter
den amtlichen Grenzwerten aber etwa viermal so hoch war wie im Jahr
2000. Daß damit das AKW Gundremmingen mit seiner Abluft deutschlandweit
mit Abstand am stärksten die benachbarte Bevölkerung radioaktiv belastet.
Wir haben damals gefordert, daß die Ursachen dieses besorgniserregenden
Wachstums der radioaktiven Belastung untersucht, abgestellt und veröffentlicht
werden sollen! Die Bayerische Staatsregierung hat zwar Untersuchungen
vornehmen lassen, diese aber nicht öffentlich zur Diskussion gestellt.
Auch sind AKW und Aufsichtsbehörde der Bevölkerung Auskunft über die
Ursachen der Schadenshäufungen in den Hüllrohren der Brennelemente
schuldig: Gibt es Besonderheiten bei diesen Brennelementen? Ist es
eine Folge der höheren Anreicherung mit dem Spaltstoff Uran-235? Gibt
es ähnliche Schäden in anderen Kernkraftwerken?
Vor Jahren hat
Dr. Körblein nachgewiesen, dass auch in der Umgebung des AKW Gundremmingen
signifikant mehr Kinder an Krebs erkranken. Die danach vom Bundesamt
für Strahlenschutz versprochenen wissenschaftlichen Ursachenuntersuchungen
haben bis heute noch nicht zur Veröffentlichung von Ergebnissen geführt.
Deswegen sind
Vorfälle im AKW Gundremmingen, die wieder erhöhte radioaktive Emissionen
befürchten lassen, keine Bagatelle! Wir fordern Aufklärung!