Offenbar
neuer Tagesrekord am 30. Juli 07: Fast so viel Windstrom wie Atomstrom
Am 30. Juli wurden
in Deutschland 226 Millionen Kilowattstunden Windstrom laut ISET (Institut
für Solare Energieversorgungstechnik, Uni Kassel) erzeugt. Die europäische
Strombörse in Leipzig veröffentlicht erst um 16:30 die Vortagesproduktionszahlen
der Atomkraftwerke. Da gegenwärtig sechs der siebzehn deutschen Atommeiler
still stehen, kann man abschätzen, dass wie am 29.7. etwa 270 Millionen
Kilowattstunden Atomstrom erzeugt wurden. Dass die Windstromerzeugung
nicht nur ein paar Stunden, sondern einen Tag lang die Atomstromerzeugung
in Deutschland fast einholt, ist ein neuer Tagesrekord. Und das im
statistisch gesehen windschwächsten Monat des Jahres.
Leider profitiert
von dieser Entwicklung Süddeutschland kaum. Infolge der weitgehenden
Blockierung der Errichtung neuer Windkraftwerke in Baden-Württemberg
und Bayern wird hier nur wenig Windenergie geerntet. Und dabei verzeichnete
die Windgeschwindigkeitskarte Deutschlands gerade in den letzten Tagen
gute Windverhältnisse auch im Süden. Die stürmisch fortgeschrittene
Entwicklung der Windkrafttechnik hat zudem mit höheren Türmen und
größeren Rotordurchmessern Windkraftanlagen geschaffen, die auch an
windschwächeren Standorten profitabel und umweltschonend Windstrom
produzieren.
Im bayerischen
Nordschwaben, also den Landkreisen von Neu-Ulm über Günzburg, Dillingen,
Donau-Ries, Aichach, Augsburg-Land bis nach Augsburg-Stadt, wird in
diesen Tagen die Zahl der Windkraftwerke um 50 Prozent gesteigert.
Nach jahrelangen Kämpfen wird in Glött das dritte Windkraftwerk in
Bayerisch Nordschwaben errichtet.