Medienerklärung des Verein FORUM vom 02.08.07

AKW Gundremmingen - Reaktortests in den letzten Tagen verheimlicht

Nach aufgedeckten Störfällen hat auch das vom nordrhein-westfälischen RWE-Konzern geführte AKW Gundremmingen immer wieder versprochen, zur Rückgewinnung des Vertrauens zukünftig sich wie ein „gläsernes Kernkraftwerk“ zu verhalten und die Nachbarn und Medien sachgerecht zu informieren.

Dagegen wurde in den letzten Tagen wieder verstoßen. Nach uns zugegangenen Hinweisen, deren Richtigkeit wir nicht prüfen können, hat das AKW am vergangenen Sonntag (29.7.) und Montag (30.7.) besondere Tests gemacht, für die die Leistung mal um 150.000 kW gedrosselt wurde.

Wir fordern – wiedermal – Aufklärung: Was waren Anlass und Ziel der Reaktortests und was sind die Ergebnisse?

Übrigens: Die Leistung des größten deutschen AKW wurde interessanterweise in einer Zeit gedrosselt, wo bereits 6 von 17 deutschen AKW wegen Störfällen (Biblis A, Biblis B, Krümmel, Brunsbüttel, Unterweser) beziehungsweise Jahresrevision (Isar 2) still standen. Und dennoch „gingen die Lichter nicht aus“. Im Gegenteil: im ersten Halbjahr 2007 hat Deutschland zwar 21,4 Milliarden Kilowattstunden Strom importiert, aber sogar 32,3 Milliarden exportiert. Dieser Exportüberschuss von fast 11 Milliarden kWh macht etwa soviel aus, wie Deutschlands größtes Kernkraftwerk, das AKW Gundremmingen, produziert. Rechnerisch arbeitet dieses AKW also nur für den Stromexport.


Raimund Kamm Vorstand