Medienerklärung des Verein FORUM vom 19.09.07

Schäubles Warnungen vor drohendem Atom-Anschlag ernst nehmen

Da bei der Spaltung von Atomkernen sowohl ungeheuer viel Energie freigesetzt wird als auch extrem radioaktive, tödlich strahlende Stoffe entstehen, können Atom-Anschläge unvergleichlich mehr vernichten als herkömmliche Sprengstoff- oder Chemieanschläge.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat jetzt, nachdem seit zwei Wochen der aus dem Raum Gundremmingen stammende Ingenieurstudent Fritz Gelowicz, der der Kopf einer bisher zu beispiellosen Anschlägen entschlossenen islamistischen Terrorgruppe sein soll, verhört wird, gesagt, dass nach Ansicht von Sicherheitsfachleuten ein Atomanschlag nur noch eine Frage der Zeit sei.

Damit bestätigt er die Gefahr, die wir sogar schon vor dem 11.9.2001 in das Zentrum unserer Einwendungen gegen das neue Atommüll-Lager Gundremmingen gestellt haben: Wenn durch einen Anschlag auf ein Atomkraftwerk, auf einen Atomtransport oder auf ein Atommüll-Lager auch nur ein Bruchteil der dort erzeugten beziehungsweise verwahrten Radioaktivität freigesetzt wird, können ganze Städte und Landkreise tödlich verseucht werden.

Deswegen halten wir die Atomtechnik latent für die größte Gefahr, die es je für uns und unsere Heimat gegeben hat. Ein Atom-Anschlag kann auch unterhalb der Schwelle einer Atomwaffenexplosion das Land durch die Radioaktivität zur Todeszone machen.

Die AKW-Betreiber versuchen ja der Bevölkerung zu verheimlichen, dass über 99,99 Prozent aller Radioaktivität erst in den Atomkraftwerken durch die Spaltung der Uranatome entsteht. Wenn ein Brennstab in einem AKW nach 4 – 5 Jahren Arbeitszeit verbraucht ist, ist er mehr als eine Milliarde mal so radioaktiv wie der ursprüngliche Uranbrennstab. Und es dauert mehr als eine Million Jahre bis diese todbringende Strahlung wieder auf das Ursprungsniveau abgeklungen ist.

Deswegen fordern wir unermüdlich:

(1) Überwindung der unverantwortlichen Atomtechnik und Umschwenken auf die 3 x E Energiepolitik mit a) Energieeinsparen, b) Energieeffizienz und c) Erneuerbare Energien so ausbauen, dass sie uns in etwa 30 Jahren zu 100 Prozent versorgen.

(2) Kurzfristig müssen die alten AKW, die infolge dünner Bauweise auch besonders anschlagsgefährdet sind, still gelegt werden. Dies sind: Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Neckarwestheim 1, Isar 1, Esensham (Unterweser), Philippsburg 1 und Krümmel. Die süddeutschen Atommüll-Lager, die nur mit halb so dicken Wänden und Decken wie die norddeutschen gebaut wurden, müssen mittels zusätzlicher Schutzwände gegen Anschläge geschützt werden.

In einem aus gegebenem Anlass aktualisierten Memorandum http://www.atom-secur.de/Memorandum-Atom-Terrorgefahr.pdf haben wir die Hinweise auf Atom-Anschläge zusammengetragen.


Raimund Kamm Vorstand