Medienerklärung des Verein FORUM vom 09.10.07

FORUM diskutierte und kritisiert scharf das Atommülldebakel des AKW Gundremmingen

„Es ist ein kleines Wunder“, sagte beim jüngsten Treffen des FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. die Vorsitzende Monika Hitzler, „dass jetzt, wo das Atommüll-Lager in Betrieb gegangen ist, scheinbar nichts passiert und vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nichts zu hören ist, wieder 26 Bürger zu unserem FORUM-Treff gekommen sind.“ Die Kassiererin Uli Brenner ergänzte: Wir haben über 700 Mitglieder und die Zahl wächst langsam aber stetig.

Scharf wurde kritisiert, dass zwar gerade auch durch die wachsende Terrorgefahren das Risiko der Gundremminger Atomanlagen unerträglich groß ist, aber die offiziellen Verlautbarungen der AKW-Betreiber dies verschleiern. So ist es empörend, dass RWE (LEW) anlässlich der jetzt stattfindenden Revision vom Atomreaktor C Erfolgsmeldungen mit zudem unwahren CO2-Einsparungs­zahlen veröffentlichen, aber kein Wort darüber verlieren, dass die Entsorgung der verbrauchten und verstrahlten 180 Brennelemente, die zusammen 18.000 Brennstäbe enthalten, ungelöst ist.

Diese ursprünglich nur aus Uran bestehenden Brennstäbe sind durch die Kernspaltung während des vier- bis sechsjährigen Reaktorein-satzes über 10 Milliarden mal so radioaktiv geworden, wie die unverstrahlten Brennelemente. Sie müssen deshalb rund 1 Million Jahre sicher von der Lebenswelt der Pflanzen, Tiere und Menschen isoliert werden. Durch ihre starke Strahlung würden sie die Lebewesen direkt töten und später würden sie mit der schwächer gewordenen Strahlung Krebswachstum auslösen. Seit Inbetriebnahme vom Reaktor A im Jahr 1966 wird in Gundremmingen dieser Todesmüll erzeugt. Bis heute wurde noch kein einziges Kilo entsorgt, und, was auch in Schwaben vielen unbekannt ist, es gibt weltweit kein Endlager für diesen Atommüll - nur provisorische und supergefährliche Zwischenlager.


Raimund Kamm Vorstand