Hintergrundinformationen:
IIn
Gundremmingen startete im Jahr 1966 mit Inbetriebnahme von Block A
Deutschlands erstes Großkernkraftwerk. Am 13. Januar 1977 endete durch
einen Unfall mit Totalschaden dessen Betrieb. Von dem im Block A erzeugten
Brennelementmüll wurde bis heute noch kein Kilo entsorgt. Aus einigen
wurde in Plutoniumfabriken in Karlsruhe, Belgien und Frankreich Plutonium
separiert. Angeblich als Spaltstoff für neue Reaktoren vom Typ Schneller
Brüter. Möglicherweise auch als Spaltstoff für französische Atombomben;
zum Teil auch für sogenannte MOX-Brennelemente.
Radioaktive Abfallprodukte
des AKW Gundremmingen lagern auch noch in flüssiger Form in der ehemaligen
PU-Fabrik Karlsruhe, die irreführend Wiederaufarbeitungsanlage genannt
wird. Dort wurden und werden mit zig Millionen Euro Steuergeldern
diese Abfälle gesichert, aber nicht entsorgt! Weitere Abfallteile
der Gundremminger Reaktoren werden, nachdem sie in der französischen
PU-Fabrik La Hague oder in der englischen PU-Fabrik Sellafield in
drei Fraktionen getrennt wurden, zurück nach Deutschland in oberirdische
Zwischenlager gefahren. Möglicherweise wurden auch Teile in Frankreich
oder auch Russland verschoben. Aber entsorgt, dass heisst endgültig
und sicher beseitigt, wurde noch kein Kilo!
Schwach- und
mittelradioaktive Abfälle auch des AKW Gundremmingen wurden in das
„Versuchsendlager“ (das heisst wirklich so!) Asse II gebracht. In
dieses läuft allerdings Wasser ein und eine Verfrachtung der radioaktiven
Abfälle durch langsam aber unaufhaltsam fließendes Grundwasser ist
zu befürchten.
Auch die beiden
im Jahr 1984 in Betrieb gegangenen Blöcke B und C, die zusammen Deutschlands
größtes Atomkraftwerk bilden, arbeiten bis heute ohne Entsorgung!
(Dafür einen Umweltpreis zu verleihen, disqualifiziert die „Verleiher“,
die Regierung von Schwaben). Ihre Abfälle machen das „Zwischenlager“
Gundremmingen mit der Einlagerung immer weiterer Castoren zu Deutschlands
größtem Atommüll-Lager.
Gerade im Falle
eines Terroranschlags, für dessen Folgen die RWE beim Günzburger Erörterungstermin
die Haftung abgelehnt hat, könnte die dort frei gesetzte Radioaktivität
Schwaben für Jahrhunderte verseuchen und so unbewohnbar machen.
Eine auf Energiesparen,
Energieeffizienz und Erneuerbare Energien aufbauende verantwortbare
Energiewirtschaft wird von RWE (LEW) und ihren politischen Handlangern
blockiert. So verschwenden die Leerlaufverluste (z.B. „Stand by“)
unserer Elektrogeräte etwa genau so viel Strom, wie das AKW Gundremmingen
erzeugt. Rund 20 Milliarden Kilowattstunden im Jahr. Mit einfachen
und billigen Umkonstruierungen könnten alle neuen Elektrogeräte praktisch
leerlaufverlustfrei werden. Aber das notwendige „Aus-ist-Aus-Gesetz“
wird durch die Strommonopole und ihre Politiker seit Jahren verhindert.
Auch in unserer
Region macht sich der politische Einfluss von RWE (LEW) bemerkbar.
Spenden an viele Vereine, Eindringen in die „Lehrerfortbildung“, öffentlichkeitswirksame
Kooperationen mit Medien und Politikerausflüge zeigen Wirkung. So
wird die leistungsstärkste Erneuerbare Energie, die Windkraftnutzung,
in unserer Region ausgebremst. Im Landkreis Günzburg, der von den
heutigen Gewinnen des AKW stark profitiert und die zukünftigen Atommülllasten
ignoriert, gibt es auch gute Standorte für Windkraftanlagen. Aber
ihre Nutzung wird bisher politisch verhindert.
Ein Besuch
im AKW Gundremmingen mit sachkundigen und mutigen Fragen kann bedrücken
aber auch Freude machen!